Leichter Cringe-Faktor trotz wichtiger Themen

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Worum geht’s?
Eigentlich sollte FBI-Agent Dwight noch den erfolgreichen Abschluss seines letzten Falles genießen, als er auch schon in den nächsten Undercover-Auftrag geschickt wird. Er soll ein italienisches Restaurant als Koch infiltrieren, um eine mögliche Verbindung der Familie zur Mafia aufzudecken – macht die Rechnung dabei allerdings ohne dessen Tochter Julia, die Gefühle in ihm weckt, die es eigentlich gar nicht geben dürfte.


Meine Meinung:
Eine Liebesgeschichte zwischen einem Undercover-Agenten und einer Verdächtigen ist ja eigentlich nichts Neues, auch wenn ich schon ewig kein Buch mit dieser Ausgangslage mehr gelesen habe. Trotzdem war ich neugierig auf die Umsetzung hier, denn obwohl mir der Name der Autorin zumindest etwas gesagt hat, waren meine Erwartungen eher etwas durchwachsen.

Zu Beginn der Handlung habe ich mich leider ziemlich schwer mit den Figuren und dem Spannungsaufbau getan, da ich das Grundgerüst der Geschichte zwar durchaus interessant fand, den Mafiaaspekt und vor allem das Verhalten der Charaktere etwas arg überzogen und nicht authentisch fand. Mit Klischees zu spielen kann zwar definitiv ein interessantes Stilmittel sein, hier kam mir aber von Beginn an einfach alles ein bisschen zu plötzlich und zu sehr drüber vor, um insbesondere die Figuren wirklich ernst nehmen zu können.

Im Laufe der Geschichte wurde das in meinen Augen auch nur bedingt besser, wobei mein Fokus insbesondere durch Protagonistin Julia immerhin ein bisschen abgelenkt wurde. Der durchaus ernstere Unterton, den ihre Geschichte zur Handlung beigetragen hat, hat mir gut gefallen, auch wenn sie selbst mir in ihrer Art zeitweise nur bedingt sympathisch war. Bewusst unnahbare Figuren muss man vermutlich einfach mögen, und da ich mich damit eher schwer tue, hatte ich auch mit Julia leider eher Probleme.

In der Kombination mit Dwight hat sie mir dennoch ganz gut gefallen, denn es gab immer wieder lustige Szenen, die mich über kleinere Längen oder die etwas unangenehm übertriebenen Passagen hinweggetröstet haben. Ein Highlight war die Geschichte deswegen zwar nicht für mich, abschalten konnte ich interessanterweise beim Lesen aber trotzdem extrem gut, was mich selbst schlussendlich sehr positiv überrascht hat.


Fazit:
Auch wenn es mich stellenweise vor Fremdscham geschüttelt hat, fand ich die Geschichte insgesamt sehr unterhaltsam. Für mich war dieses Buch perfekt zum Abschalten, es gab Stellen zum Schmunzeln und gleichzeitig immer wieder einen ernsteren Unterton, was es mir schlussendlich leichter gemacht hat, eher großzügig über die etwas überzogenen Passagen hinweg zu sehen.

Dafür gibt es knappe vier Bücherstapel von mir.