Mafia-Romance inmitten einer Restaurant-Kulisse

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svettusch Avatar

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Dies ist mein zweites Buch der Autorin und vor allem inhaltlich sprechen mich ihre Bücher immer sehr an, da sie mit neuen Ideen aufwartet. So empfand ich auch hier die Idee der Geschichte als äußerst spannend: Dwight arbeitet als verdeckter Ermittler bei den Villas und versucht, Julia mithilfe einer Honey-Trap Informationen zu entlocken, denn ihre Familie soll im Mafia-Millieu unterwegs sein. Doch schon bald verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Job und Dwight/ Romeo und Julia kommen sich immer näher ...

Die Geschichte begann sehr vielversprechend, denn das erste Aufeinandertreffen von Dwight und Julia ist alles andere als langweilige. Recht schnell fliegen die Fetzen und ein Großteil des Buches lebt von den dnymaischen Schlagabtauschen zwischen den beiden. Wer viele DIaloge mag, wird hier auf jeden Fall auf seine Kosten kommen. Auch wirkte auf mich alles sehr realitätsnah: Das Mafia-Millieu, der Blick hinter die Kulissen eines Restaurants, Dwights Arbeit als verdeckter Ermittler (dieser Aspekt wahrscheinlich am wenigstens, aber eine realistischäre Betrachtung hätte auch deutlich weniger Spaß gemacht).

Es dauert eine ganze Weile, bis Julia und Dwight ihre anfänglichen Kabbeleien hinter sich lassen und einander näher kommen. Julia hat einen Stoma und Morbus Crohn. Die Krankheit hat sie sichtlich geprägt, ebenso wie der Tod ihrer Mutter und das überbehütende Verhalten ihres Vaters. Dwight wiederum kämpft sehr mit seiner Doppelrolle, ist aber ansonsten in jeder Hinsicht eine Green Flag und schafft es Stück für Stück, dass Julia sich ihm öffnet.

Ich war vor allem gespannt, wie die gesamte Mafia-Geschichte aufgelöst werden würde, da Dwights Verrat ja doch sehr groß war und wurde hierhingehend nicht enttäuscht. Objektiv gesehen hat dieses Buch alles richtig gemacht, und trotzdem kam ich einfach nicht voran und griff immer seltener nach dem Buch. Ich habe zwei Wochen gebraucht, um es schließlich durchzulesen, was für mich recht viel ist. Ich empfand insbesondere den Mittelteil als langatmig und zu ausführlich erzählt. So richtig wollte der Funke bis zum Schluss nicht überspringen.