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Mit The House Witch 1 – Der Koch des Königs gelingt Emilie Nikota Delemhach ein ebenso gemütlicher wie spannender Auftakt einer Fantasyreihe, die sich wohltuend von klassischen Heldenepen abhebt. Statt Schlachtfeldern stehen hier zunächst dampfende Kochtöpfe im Mittelpunkt – und doch geht es um nicht weniger als das Schicksal eines ganzen Königreichs.

Finlay Ashowan ist ein erfrischend anderer Protagonist: höflich, scharfsinnig und mit trockenem Humor ausgestattet. Als königlicher Koch bringt er nicht nur Struktur in die Schlossküche, sondern dank seiner verborgenen Identität als Haushexe auch eine subtile, schützende Magie ins Spiel. Diese Form der Magie wirkt weniger spektakulär, dafür umso atmosphärischer und origineller.

Besonders charmant ist die Mischung aus höfischen Intrigen, politischer Spannung und leisen, zwischenmenschlichen Momenten. Die Beziehung zwischen Fin und der klugen Annika entwickelt sich behutsam und glaubwürdig. Auch der tierische Begleiter Kraken sorgt für liebevolle, humorvolle Akzente.

Der Schreibstil ist detailreich und warmherzig, mit einer guten Balance zwischen ruhigen Szenen und aufkommender Bedrohung. Wer epische Schlachten sucht, wird hier vielleicht überrascht – doch gerade die Kombination aus „Cozy Fantasy“, Magie und politischem Ränkespiel macht den Reiz des Romans aus.