Magie im Wohlfühlmodus

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
ladytiga Avatar

Von

Also. Ich wusste nicht, dass ich jemals einen Fantasyroman lesen würde, in dem ein Koch mein absoluter Lieblingscharakter wird – aber genau das ist mit The House Witch 1 von The House Witch passiert.

Fin ist einfach großartig. Er kommt ins Schloss, sieht dieses komplette Küchenchaos und denkt sich im Grunde: „Nein.“ Und ich liebe alles daran. Er ist jung, rothaarig, talentiert, ein bisschen arrogant, sozial nicht immer ganz diplomatisch – aber halt auch einfach unfassbar kompetent. Und Kompetenz ist attraktiv. Besonders wenn sie mit Magie kombiniert wird.

Fliegende Messer? Ja.
Ein Besen mit Eigenleben? Natürlich.
Eine Küche, die sich quasi selbst aufräumt? Ich bin dabei.

Was ich richtig gefeiert habe: Seine Magie ist nicht dieses klassische „Feuerball, Explosion, Weltuntergang“, sondern total häuslich. Warm. Heimelig. Er macht Essen besser, Räume gemütlicher und sorgt dafür, dass alle plötzlich das Gefühl haben, zuhause zu sein. Ich fand das irgendwie… wholesome. Fantasy, aber mit Komfortmodus.

Und dann – DIE KATZE.

Als dieses kleine schwarze Kätzchen auftaucht, war es komplett um mich geschehen. Ich meine: Ein magischer Koch. Mit Katzengefährten. Mehr braucht es eigentlich nicht. Die Szene war gleichzeitig mysteriös (wer war dieser Eindringling?!) und total weich im Herzen. Dass Fin sofort merkt, dass das nicht „nur“ eine Katze ist, sondern sein Gefährte? Ich liebe diese Art von Magie. Dieses Band. Dieses Schicksalsding. Ich stand komplett drauf.

Nebenbei brodelt natürlich auch politisch was. Gerüchte über Krieg, misstrauische Blicke, eine schwangere Königin, die beschützt werden muss – das alles läuft unterschwellig mit. Aber es fühlt sich nie überladen an. Es ist eher so ein konstantes „Da kommt noch was“, während ich gleichzeitig dabei zuschaue, wie jemand obsessiv Besteck sortiert. Und erstaunlicherweise funktioniert das.

Lady Annika ist auch so ein Fall. Diese Wortgefechte zwischen ihr und Fin? Pures Entertainment. Zwei starke Persönlichkeiten, die sich nichts schenken. Ich hatte permanent das Gefühl, da knistert was – oder explodiert gleich was. Beides möglich.

Was mir besonders gefallen hat: Fin ist kein typischer Held. Er will keine Krone, keine Schlachten, keinen Ruhm. Er will Ordnung. Gutes Essen. Effizienz. Und offensichtlich seine Ruhe. Ich konnte das sehr fühlen.

Insgesamt hat das Buch für mich eine Mischung aus cozy Fantasy, höfischem Drama und ganz leiser Bedrohung. Und ich bin ehrlich: Ich bin hauptsächlich für die Katze geblieben. Aber ich bleibe auch für Fin. Und für die Magie, die eher nach Brot, Kräutern und Kaminwärme riecht als nach Blut und Schlachtfeld.

Fazit: Ich hätte nicht gedacht, dass mich ein „Haushexer“ so abholt – aber hier bin ich. Emotional investiert. Und sehr bereit für mehr Katzen-Content.