Cozy Fantasy mit Luft nach oben!

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kiki2705 Avatar

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Mit „The Housewitch“ ist Band 1 einer neuen Fantasy-Reihe aus der Feder von Emilie Nikota Delemhach erschienen.
Fin Ashowan wird neuer Koch am Hof des Königs von Daxaria. Er hat großes Talent, aber auch eine genauso große Klappe. Seine unkonventionelle Art im Umgang mit den Bediensteten verschafft ihm nicht nur Freunde. Doch niemand soll hinter sein Geheimnis kommen – er ist eine Hexe. Er setzt sich für die Dienstmädchen ein, zaubert leckere Gerichte und wünscht sich einfach nur ein ruhiges Leben.
Das Cover des Romans ist wunderschön gestaltet. Es gibt einem das Gefühl von Heimeligkeit und lässt auf eine cozy Fantasygeschichte hoffen.
Fin als Protagonist war mir in seiner direkten Art sofort sympathisch. Er versucht zu helfen, möchte aber sein Geheimnis für sich behalten – und das aus gutem Grund.
Ich mochte es zu beobachten, wie er trotz seiner Schroffheit Stück für Stück Freunde auf dem Schloss für sich gewinnt und wahrscheinlich zum ersten Mal erlebt, wie es ist, sich auf andere stützen zu können.
Annika Jenoure als adlige Lady war sehr erfrischend, da sie nicht den Konventionen entspricht und ebenfalls ihre Geheimnisse hat.
Das Dienstmädchen Hannah wird immer wieder von den Rittern auf dem Schloss belästigt. Hier greift Fin ein und die Verhältnisse ändern sich. Oft mit einigem Humor besetzt.
Die Charaktere haben mir alle recht gut gefallen. Jedoch werden in diesem 1. Band sehr viele Gesichter eingeführt; es wird über einen drohenden Krieg mit dem Nachbarreich und die Angst des Königspaares berichtet, erneut ein ungeborenes Kind zu verlieren.
Insgesamt fand ich die Geschichte leider zu wenig magisch. Man erfährt zwar einiges von Fins Kräften, durch Rückblenden auch viel über seine Kindheit, aber das Worldbuilding an sich fand ich eher unausgereift.
So hatte ich Probleme, mich in diese Welt, den bevorstehenden Krieg etc. hineinzuversetzen.
Leider fand ich auch den Spannungsbogen mehr als mau. Zwischendurch wurde mir das Lesen sogar etwas zu langatmig. Das über 600 Seiten dicke Buch hätte in meinen Augen etwas kürzer sein dürfen.
Die angeschnittenen Themen wie Freundschaft, Liebe, Standesunterschiede, Magie, Homosexualität, aber auch die Gemütlichkeit in der Küche haben mich erreicht, mich aber nicht wirklich berühren können.
Insgesamt habe ich diese Geschichte gern gelesen. Ich habe jedoch das Gefühl, dass in diesem Einstiegsband zunächst in die Geschehnisse hineingeführt wird und Charaktere vorgestellt werden. Daher wurde es für mich zwischenzeitlich leider zu langweilig und ich hatte kein Bedürfnis zügig weiterzulesen.
Trotzdem bin ich auf den zweiten Band gespannt, da ich das Leben von Fin, Lady Jenoure und den anderen sehr gern weiterverfolgen möchte.
Für mich war dieses Buch somit ein Auftakt, der auf mehr hoffen lässt und ich vergebe 3 von 5 Sternen.