Eine hinreißende Figur als Einführung in eine umfangreiche Hexen-Serie
Als der neue Koch Finlay Ashowan seine Stelle im königlichen Haushalt des Norman von Daxaria antritt, wirft er aus seiner Küche zuerst die tratschende Menge an Hauspersonal und Rittern hinaus. Weil gute Köche rar sind, hat er offenbar Narrenfreiheit, solange das Essen pünktlich serviert wird. In Zukunft wird er mit wenigen adretten Helfern Leib und Seele von 200 Dienern und 100 Adligen bekochen. Für das Schälen von Karren voller Gemüse mit Magie und das segensreiche Wirken seines magischen Besens kann Fin keine Zeugen gebrauchen; denn er ist eine männliche Küchenhexe. Über die junge Katze Kraken, die dort zugleich mit Fin eingezogen ist, wird noch zu erzählen sein. Die saubere Küche, in der stets ein Feuer brennt, besänftigt die Haushaltsmitglieder, die dort weiterhin ihr Herz ausschütten, und wird zum Lieblingsort des sehr jungen Prinzen Eric. Fin zeigt in seinem Reich verblüffendes Talent, Leib und Seele zu bekochen, und als Sohn einer erfahrenen Heilerin kann er spüren, wenn Menschen in Gefahr sind. Dass „der Neue“ sich in jeder Hinsicht ungewöhnlich verhält, weckt u. a. den Verdacht, er könnte ein Spion des verfeindeten zweiten Königreichs Troivack sein.
Der Rauswurf herumlungernder Ritter, die mit Sir anzusprechen sind, aber sich nicht-adligen Frauen gegenüber alles andere als ritterlich verhalten, eröffnet besonders der neuen Perle Hannah ein völlig neues Leben. Alle Frauen im Haushalt wirken hingerissen vom neuen Koch. Die zarte Beziehung zwischen ihm und der verwitweten Viscountess Annika, die bei Hofe kriegstaktisch geschickt verheiratet werden soll, kann jedoch keine Zukunft haben. Finn ist zwar gebildet und lebenserfahren, aber kein Adliger … und macht seine Bildung ihn nicht besonders verdächtig? Während Fin und sein Team das Fest zu Beltane vorbereiten, zu dem drei Bewerber um Annikas Hand samt Gefolge anreisen werden, muss der Haushalt sich um Königin Ainsley sorgen, die nach zahlreichen glücklosen Schwangerschaften in reifem Alter noch ein Kind erwartet. Außerhalb des königlichen Schlosses braut sich indes Übles zusammen, das zumindest König Norman bisher unterschätzt hat. Ob Fins magische Fähigkeiten in einem Krieg der Reiche überlebenswichtig werden? Aber wer würde sich dann um Leib und Seele im königlichen Haushalt kümmern?
Im ersten Band der Trilogie um den Koch Finlay Ashowan werden Setting und drohender Konflikt ausgeleuchtet. In gemächlichem Tempo treten nach und nach die Figuren auf, so dass sich das Buch auch ohne Personenliste flüssig lesen lässt. Fin muss sich seiner Herkunft, seinem Verhältnis zu seinem Vater und seiner magischen Gabe stellen. Dass durch seine Rolle als männliche Hexe Rollenzuschreibungen in Frage gestellt werden, macht neugierig auf die Entwicklung der beiden sehr jungen Prinzen in den verfeindeten Königshäusern.
Durch Verbindung von Kochen, Essen, Fürsorge und einer Hauptfigur zum Knutschen gelingt „Delemhach“ eine hinreißende Wohlfühl-Atmosphäre, die durch Ironie, frechen Umgangston und feministische Seitenhiebe besondere Würze erhält.
Das Äußere: Cover, Farbschnitt und illustriertes Vorsatzpapier geben das Adrette von Fins Welt treffend wieder. Für ein Sammelobjekt mit fast 500 Seiten, das man für Kinder und Enkel aufhebt, hätte ich mir noch Lesebändchen und Fadenheftung gewünscht.
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Serieninfo: Band 1 von 3 des Serienzweigs um Finley Ashowan, bisher 9 Bände um 3 Hauptfiguren
Der Rauswurf herumlungernder Ritter, die mit Sir anzusprechen sind, aber sich nicht-adligen Frauen gegenüber alles andere als ritterlich verhalten, eröffnet besonders der neuen Perle Hannah ein völlig neues Leben. Alle Frauen im Haushalt wirken hingerissen vom neuen Koch. Die zarte Beziehung zwischen ihm und der verwitweten Viscountess Annika, die bei Hofe kriegstaktisch geschickt verheiratet werden soll, kann jedoch keine Zukunft haben. Finn ist zwar gebildet und lebenserfahren, aber kein Adliger … und macht seine Bildung ihn nicht besonders verdächtig? Während Fin und sein Team das Fest zu Beltane vorbereiten, zu dem drei Bewerber um Annikas Hand samt Gefolge anreisen werden, muss der Haushalt sich um Königin Ainsley sorgen, die nach zahlreichen glücklosen Schwangerschaften in reifem Alter noch ein Kind erwartet. Außerhalb des königlichen Schlosses braut sich indes Übles zusammen, das zumindest König Norman bisher unterschätzt hat. Ob Fins magische Fähigkeiten in einem Krieg der Reiche überlebenswichtig werden? Aber wer würde sich dann um Leib und Seele im königlichen Haushalt kümmern?
Im ersten Band der Trilogie um den Koch Finlay Ashowan werden Setting und drohender Konflikt ausgeleuchtet. In gemächlichem Tempo treten nach und nach die Figuren auf, so dass sich das Buch auch ohne Personenliste flüssig lesen lässt. Fin muss sich seiner Herkunft, seinem Verhältnis zu seinem Vater und seiner magischen Gabe stellen. Dass durch seine Rolle als männliche Hexe Rollenzuschreibungen in Frage gestellt werden, macht neugierig auf die Entwicklung der beiden sehr jungen Prinzen in den verfeindeten Königshäusern.
Durch Verbindung von Kochen, Essen, Fürsorge und einer Hauptfigur zum Knutschen gelingt „Delemhach“ eine hinreißende Wohlfühl-Atmosphäre, die durch Ironie, frechen Umgangston und feministische Seitenhiebe besondere Würze erhält.
Das Äußere: Cover, Farbschnitt und illustriertes Vorsatzpapier geben das Adrette von Fins Welt treffend wieder. Für ein Sammelobjekt mit fast 500 Seiten, das man für Kinder und Enkel aufhebt, hätte ich mir noch Lesebändchen und Fadenheftung gewünscht.
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Serieninfo: Band 1 von 3 des Serienzweigs um Finley Ashowan, bisher 9 Bände um 3 Hauptfiguren