Gemütlicher Auftakt mit Wohlfühl-Atmosphäre

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la calavera catrina Avatar

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Der 28-jährige Finlay ist eine Haushexe und tritt seine Stelle als königlicher Koch an. Mit dem Element der Erde, womit er seine Magie nur dort wirken lassen kann, wo er sich zu Hause fühlt und schon mal war, wie der Hofküche und den königlichen Gärten, hat er zwar nur begrenzte Fähigkeiten, sorgt ab jetzt aber für eine heimelige Atmosphäre, Schutz und köstliches Essen im Königreich Daxaria.

Die auktoriale Erzählweise erlaubt viele Freiheiten: Der Erzähler kann zwischen verschiedenen Schauplätzen und Figuren wechseln und springt auch in die Vergangenheit, um zu zeigen, wie Fin zu seiner Magie kam. Dadurch erhält man vielschichtige Einblicke in das wuselige Hofensemble und lernt nach und nach die Figuren kennen, sogar im nachbarschaftlichen Königreich Troivack, das Daxaria mit Krieg droht. Verschiedene Perspektiven und Geschichten werden miteinander verwebt - was die Spannung ausmacht. Am liebsten war mir Fin, der eigensinnig und mit Sorgfalt und Aufmerksamkeit im Umgang mit anderen agiert, und seine Zauberkraft zu verheimlichen versucht, aber auch der König und die schwangere Königin sind interessante Figuren, die ich mochte, weil sie ihr Handeln hinterfragen und sich offen und klug zeigen. Dass sogar Fins magischer Gefährte Kraken beim Perspektivenwechsel berücksichtigt wurde, war eine schöne Überraschung. Die drohende Gefahr eines Krieges zwischen den Königreichen und höfische Intrigen, wie der Zwist mit dem königlichen Magier, sorgen für Konflikte oder Unruhe zwischen den Figuren, während wohlige Mahlzeiten und die Annäherung zwischen Fin und der adligen Annika, deren Wortgefechte erheitern, gute Gefühle einbringen. Dazu zählt auch der kleine Prinz Eric, der Fin gern einen Besuch abstattet oder die entstehende Vertrautheit mit dem König. Es ist nicht nur herum schwebendes Geschirr, von selbst arbeitende Messer oder köstliche Mahlzeiten, was hier verzaubert.

Dieser historische Auftakt einer Fantasyreihe verbindet Freundschaft, Liebe, Magie, Kochen, Feminismus, Queer-Positivität und wachsenden Zusammenhalt. Das Gesamtpaket aus Wohlfühl-Atmosphäre, Humor, Tiefe und Entfaltungspotenzial ist gelungen und bietet ein gemütliche und ausgedehnte Leseauszeit, ohne zu viel Drama. Diese Reihe ist eher nichts für diejenigen, die eine spannende und überschaubare Lektüre bevorzugen.