Magie zwischen dampfenden Töpfen

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
bücherdrache Avatar

Von

Schon nach wenigen Seiten fühlte ich mich wie in der Schlossküche von Daxaria angekommen. Überall dampfende Töpfe, klappernde Messer, und irgendwo im Hintergrund wirkt ganz leise Magie. Das Cover mit seinen warmen, erdigen Farben und der schlafenden Katze fängt dieses Gefühl perfekt ein und macht sofort neugierig auf die Geschichte.

Im Mittelpunkt steht Finlay Ashowan, der als königlicher Koch beginnt. Schnell zeigt sich, dass er mehr ist als ein talentierter Küchenchef – er ist ein Haushexer, dessen Magie eng mit dem Ort verbunden ist, den er als Zuhause betrachtet. Kleine, fast beiläufige magische Momente lassen die Räume lebendig werden, während man Fin und das Küchenpersonal kennenlernt. Auch die kluge Annika und das eigenwillige schwarze Kätzchen Kraken bringen viel Charme in die Geschichte.

Der Schreibstil liest sich sehr flüssig und besitzt einen spürbaren Sinn für Humor. Mal trocken, mal verspielt, verleiht er vielen Szenen eine angenehme Leichtigkeit. Besonders die Beschreibungen der Küche und der Speisen sind so lebendig, dass man beim Lesen beinahe den Duft frisch gekochter Gerichte spürt. Die Figuren sind eigenwillig, liebenswert und sehr menschlich, ihre Beziehungen entwickeln sich auf eine ruhige, glaubwürdige Weise.

Für mich war „The House Witch“ eine ausgesprochen gemütliche Fantasyreise. Weniger dramatische Wendungen, dafür viel Wärme, Humor und herzerwärmende Momente. Am Ende wollte ich vor allem eines: noch ein wenig länger in dieser Schlossküche bleiben.