Schöne Cozy Fantasy mit Luft nach oben

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larifunkel Avatar

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Der königliche Hof in Daxaria erwartet einen neuen Koch. Als Finlay Ashowan dann endlich ankommt zeigt er sofort einen sehr beunruhigenden Hang zu Streitigkeiten. Das bekommt nicht nur der Kutscher der ihn am Schloss absetzt zu spüren sondern wenig später auch die Hausdame, das Küchenpersonal, die in der Küche herumlungernden Ritter und sogar die schöne Adlige Lady Annika Jenoure. Aber kochen kann er, der Neue, auch wenn er während der Zubereitung der Speisen nur höchst widerwillig Menschen in seiner Küche duldet. Warum das so ist wird dem Leser nach und nach enthüllt. Fin ist eine Hexe, genauer gesagt eine Küchenhexe, und möchte aufgrund vielfältiger schlechter Erfahrungen in der Vergangenheit nicht das das bekannt wird. Doch nach und nach fasst er Vertrauen zu einigen Menschen und gewinnt die Achtung des Monarchen sowie einige Freunde. Es könnte fast idyllisch sein am Hofe von Daxaria würde nicht der Schatten des drohenden Krieges mit dem Nachbarland Troivack über allem liegen …
Der erste Teil der Trilogie kann mit einem tollen Schreibstil und atmosphärischen Beschreibungen punkten. Besonders das Essen wird so gut beschrieben das ich als Leser direkt Hunger bekommen habe. Die Figurenbeschreibung war für mich dagegen etwas eindimensional und schwach. Generell ist es in dem Buch so, das die Frauenfiguren stärker sind als die Männer und auch besser geschrieben. Schön fand ich, das die Figuren sich weiterentwickeln und bei manchen ein nachdenken über ihre Rollen stattfindet, so zum Beispiel bei den drei Rittern die Fin als Küchenhelfer zugeteilt werden. Diese drei machen für mich die deutlichste Entwicklung durch und es findet ein umdenken statt. Das hat mir gut gefallen.
Aber auch Finlay selbst entwickelt sich weiter. Nach und nach erfährt man als Leser mehr von seiner Geschichte und er selbst, der sich nur für eine schwache Hexe hält, erfährt mehr über seine geheimnisvollen Kräfte.
Die Autorin lässt sich viel Zeit mit dem Worldbuilding und damit die Leser in die Figuren, Personenkonstellationen, politischen Gegebenheiten, das Magiesystem einzuführen und erklärt auch sehr genau was es mit Hexen und Magiern auf sich hat und warum diese sich nicht wirklich grün sind).
Etwas negativ fand ich die Saufgelage und die vielen Witze über das angeblich Schwulsein mancher Personen. Das wurde mir irgendwann etwas viel.
Alles in allem ein sehr ruhiges und gemütliches Buch das noch Luft nach oben hat und das ich Fans von Cozy Fantasy gerne empfehlen kann.