Überraschend anders

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sa.wie Avatar

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Inhalt:
Finlay Ashowan beginnt als Koch am Königshof von Daxaria. Als Hexe versteht es sich Fin außerordentlich auf die Menschen insbesondere durch seine Mahlzeiten einzuwirken. Doch obwohl Fin versucht sich aus Intrigen, Politik und den Konflikten am Hof herauszuhalten, es gelingt ihm nicht. An seiner Seite stehen sein Kater Kraken, die Viscountess Annika sowie einige weitere Personen, die ihm nach und nach ans Herz wachsen. Doch die Bedrohung durch ein anders Königreich und seine eigene Vergangenheit bringen Unruhe in die Heimeligkeit seiner Küche.

Meinung:
The House Witch ist anders, als ich es zunächst erwartetet hatte. Zu Beginn musste ich mich ein wenig auf den Schreibstil einlassen, der doch etwas ungewöhnlich ist, da es zwar aus der Erzählerperspektive geschrieben ist, es sich jedoch um einen allwissenden Erzähler handelt. Dies habe ich noch nicht so häufig in Büchern, insbesondere bei Fantasybüchern gelesen. Nach einigen Kapiteln war diese Art der Erzählperspektive jedoch durchaus sehr toll zu lesen.
Insgesamt hat mir das Worldbuilding und auch die gesamte Storyline sehr gut gefallen. Sowohl die Hauptcharaktere insbesondere Ein, als auch die Nebencharaktere werden sehr toll beschrieben. Auch die jeweiligen Charakterentwicklungen, sowohl der Haupt- als auch der Nebencharaktere wie Hannah oder auch Kraken, sind hier sehr gut gelungen. Durch das gesamte Buch hinweg erkennt man die Entwicklung der einzelnen Figuren.
An einigen Stellen haben mir jedoch die Details gefehlt. Hier hätte ich mir mehr Erläuterungen und ein tieferes Auseinandersetzen mit den Geschehnissen oder auch den Emotionen gewünscht. Teilweise wurden Dinge nur angedeutet. Ob man diese Andeutungen richtig verstanden hat, wurde entweder erst im Laufe des Buches aufgeklärt oder stellenweise auch gar nicht. Das hat mir ab und an etwas Freude beim Lesen genommen. Weiterhin kam mir das Ende etwas zu plötzlich. Da noch viele ungeklärte Fragen und auch Konflikte offen geblieben sind, scheint es hier in jedem Fall noch einen weiteren Teil zu geben. Nach dem Ende des Buches kam es mir allerdings wie bei Serien und dem typisch amerikanischen Midseason-Final vor. Zu viele offene, ungeklärte Punkte, die mich das Buch als ein Teil einer Reihe halbwegs zufrieden abschließen lassen konnte.
Nichtsdestotrotz ist The House Witch ein wirklich schönes Fantasybuch, das durch seine ungewöhnliche Erzählweise, seinesgleichen sucht.