Viel Potential und tolle Figuren, aber zu wenig Tempo

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jukafo Avatar

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Finlay Ashowan bekommt eine Stelle als königlicher Koch am Hof von Daxaria. Was zunächst niemand weiß: Er ist eine Haushexe und besitzt Magie, die besonders mit Heim und Alltag verbunden ist. Während er versucht, sich in der Schlossküche und am Hof einzuleben, gerät er zunehmend in politische Intrigen und verschiedene Probleme innerhalb des Palastes.

Die Grundidee finde ich wirklich großartig: eine Haushexe als königlicher Koch – cosy Fantasy mit Magie und Hofleben. Das hat unglaublich viel Potential und der Einstieg macht auch richtig Spaß.

Leider verzettelt sich die Geschichte im Verlauf immer mehr in Nebenhandlungen. Es werden viele Handlungsstränge eröffnet, aber in diesem ersten Band eigentlich keiner wirklich abgeschlossen. Dadurch wirkt die Handlung stellenweise ziemlich zäh und der rote Faden geht verloren – man wartet lange darauf, dass die Geschichte endlich spürbar vorwärtsgeht.

Dann taucht auch noch eine Romanze auf, die auf mich eher erzwungen wirkte – so nach dem Motto: „Eine Story braucht unbedingt eine Liebesgeschichte.“
Außerdem hätte ich mir deutlich mehr Magie gewünscht.

Das große Plus: die Figuren!
Die Charaktere sind wirklich das Highlight des Buches. Sowohl Finley als auch die vielen Nebenfiguren in seinem Umfeld sind liebevoll gestaltet und haben (fast) alle etwas Sympathisches an sich. Das schafft eine sehr gemütliche, cosy Atmosphäre.

Auch der Humor sorgt immer wieder für kleine Schmunzler – auch wenn einige Witze (besonders rund um Namen) teilweise etwas kindisch wirken.

Fazit:
Eine cosy Fantasygeschichte mit tollen Figuren und einer originellen Idee – leider aber etwas zu langatmig erzählt. Mit etwas mehr Tempo, Fokus und Magie hätte das Buch deutlich stärker sein können.