Zu cosy

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julemaus94 Avatar

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In welche Richtung dieses Buch läuft erkennt man eigentlich schon perfekt an seinem Äußeren. Es ist kuschelig, friedlich, zauberhaft- eigentlich ganz die Definition von cosy. Und bis jetzt dachte ich eigentlich auch, dass ich diesen Stil mag, mich gerne darin fallen lasse und mich nichts enttäuschen könnte. Doch Emilie Nikota hat mich eines besseren belehrt.

Fin Ashowan taucht eines Tages am Königshof auf und tritt seinen Posten als königlicher Koch an. Auch wenn er mit seinem verschlossenen, grummeligen Wesen viele vor den Kopf stößt, krempelt er diese Küche (und den restlichen Hof) ziemlich schnell um. Schnell macht er sich einige neue Freunde und versucht dabei sein größtes Geheimnis zu bewahren, er ist eine Haushexe!

Okay, es könnte wirklich alles ganz großartig sein: Finn beim Kochen zu erleben und seine Zauberkunst zu entdecken, macht wirklich unheimlich viel Spaß. Auch ihn dabei zu begleiten, wie er nach und nach Freundschaften schließt und still und leise die Königsfamilie um den kleinen Finger wickelt, ist auch toll.

Aber mir fehlt einfach der Ausgleich bei so viel Zuckerguss. Die Spannung und Dramatik geht dem Buch irgendwie vollkommen ab. Ich meine, dieses Königreich steht angeblich kurz vor einem Krieg, die Königin durchlebt eine schwieirge Schwangerschaft und es werden verschiedene Intrigen am Hof gesponnen. Und doch fühle ich es einfach nicht. Scheinbar ist es allen Figuren vollkommen egal!

Und dann diese Namen! Für meinen Geschmack passen Namen wie Finlay und Howard einfach nicht in ein mittelalterliches Setting. Zumal ich irgendwann auch Schwieirgkeiten hatte, die Namen der verschiedenen Ritter auseinander zu halten- die klingen einfach zu ähnlich!

Und auch die Emotionen kommen nicht richtig rüber (wenn es nicht gerade um Freundschaft geht). Als Lovestory würde ich es wirklich nicht bezeichnen wollen, einfach weil man die Liebe nicht spüren kann.

Wirklich enttäuschend war jedoch das Ende. Als hätte sich die Autorin einfach keine Mühe gegeben, zu verschleiern, dass es eine Reihe mit so einigen Fortsetzungen ist. Kein Faden ist so richtig zuende gesponnen, vieles wird offen gelassen.

Insgesamt sind das 600 Seiten, die einem mit etwas schalem Beigeschmack zurücklassen. Nichts, das mich auf eine Fortsetzung fiebern lassen würde.