Back in Lower Whilby!
Nachdem ich Eleanore im ersten Band der Reihe so gerne mochte, habe ich mich sehr auf ihre Geschichte gefreut und bin froh, dass mir The Iced Caramel Coffee Agreement tatsächlich viel besser gefallen hat als sein Vorgänger.
Ich muss aber gestehen, dass ich bei diesem Buch trotzdem ein wenig zwiegespalten bin. Insgesamt hat mir der Vibe und Verlauf der Geschichte echt gut gefallen. Ich mochte Eleanore und Dex’ Dynamik und es hat einfach Spaß gemacht zu verfolgen, wie sich die beiden erst anfreunden und dann immer weiter annähern und einfach gut füreinander sind. Gleichzeitig hatte ich zwischendurch immer wieder das Gefühl, dass sich die Story total zieht und ich einfach nicht vorankomme. Es hat sich häufig wie eine Aneinanderreihung von gestückelten Szenen angefühlt, die gar nicht richtig zu Ende erzählt wurden oder zusammenhangen, und dann am Ende einfach recht simpel aufgelöst wurden.
Gut gefallen hat mir dabei aber wie erwartet Eleanore als Protagonistin. Auch wenn ich sie hin und wieder mal liebevoll, aber kräftig schütteln wollte, konnte ich viele ihrer Gedanken nur zu gut nachempfinden und glaube, dass sich einige Leser:innen in ihr gesehen fühlen werden. Es war schön zu sehen, wie sie langsam lernt mit ihren Zweifeln und Unsicherheiten umzugehen und über diese hinauszuwachsen. Ein Thema, das in meinen Augen besonders gut behandelt wurde, war Eleanores Wunsch danach, “ausgewählt” zu werden, und wie sie diese Unsicherheit durch ihre Freundschaft mit Jude und ihre Beziehung zu Dex zu überwinden lernt.
Dex hingegen ist mir leider zu kurz gekommen. Er bringt zu Beginn viel Emotional Baggage mit sich und ich war gespannt, seine Geschichte und Entwicklung mitzuerleben, aber im Gegensatz zu Nore wurde mir diese nicht tief genug erzählt. Bei ihm bleibt viel in seinen Gedanken, und auch wenn eine Entwicklung innerlich stattfinden kann und soll, kam mir der Switch am Ende zu plötzlich und ohne eine richtige Konversation oder Auseinandersetzung mit seinen Gefühlen, von denen ich als Leserin natürlich gerne on-screen mitbekommen möchte.
Was Lower Whilby als Setting betrifft, hat man in diesem Band definitiv mehr vom Kleinstadt-Feeling bekommen, was mir auch gut gefallen hat, aber trotzdem war es mir noch etwas zu wenig. Ich finde es gut, dass mit dieser Reihe auch mal negative Aspekte einer Kleinstadt angesprochen werden (everyone is in your damn business) und nicht nur alles als Friede, Freude, Eierkuchen romantisiert wird, aber da Eleanore so fest in die Stadtgemeinschaft eingebunden ist, hatte ich mir trotzdem mehr erhofft.
Auch finde ich schade, dass das Springtide Festival nicht ganz so eine große Rolle gespielt hat wie erwartet. Generell hatte ich den Eindruck, dass zwei recht zentrale Plotpoints, die die Charaktere für einen Großteil der Geschichte begleiten, am Ende gar nicht so wichtig waren, was einfach etwas antiklimaktisch auf mich wirkte.
Absolut überzeugen konnte mich diesmal aber wieder Kyra Grohs Schreibstil und ihr gewohnter Humor - in Band 1 hatte ich so meine Probleme damit, aber hier war ich wieder total dabei. Die Sprecher:innen haben dieses Mal auch wieder gut zu den Charakteren gepasst und mir daher gut gefallen.
Insgesamt war The Iced Caramel Coffee Agreement auf jeden Fall eine schöne Romance Geschichte mit gutem Humor, die wichtige und für Leser:innen relatable Themen anspricht, und die ich gerade passend zum guten Wetter gerne gehört habe. Mit der Lower Whilby Reihe werde ich aber offenbar nach wie vor nicht ganz warm. Das Ende hat mich dann aber nochmal ganz schön überrascht und jetzt freue ich mich doch ziemlich auf Band 3!
Vielen Dank an Hörbuch Hamburg und NetGalley für das Rezensionsexemplar.
Ich muss aber gestehen, dass ich bei diesem Buch trotzdem ein wenig zwiegespalten bin. Insgesamt hat mir der Vibe und Verlauf der Geschichte echt gut gefallen. Ich mochte Eleanore und Dex’ Dynamik und es hat einfach Spaß gemacht zu verfolgen, wie sich die beiden erst anfreunden und dann immer weiter annähern und einfach gut füreinander sind. Gleichzeitig hatte ich zwischendurch immer wieder das Gefühl, dass sich die Story total zieht und ich einfach nicht vorankomme. Es hat sich häufig wie eine Aneinanderreihung von gestückelten Szenen angefühlt, die gar nicht richtig zu Ende erzählt wurden oder zusammenhangen, und dann am Ende einfach recht simpel aufgelöst wurden.
Gut gefallen hat mir dabei aber wie erwartet Eleanore als Protagonistin. Auch wenn ich sie hin und wieder mal liebevoll, aber kräftig schütteln wollte, konnte ich viele ihrer Gedanken nur zu gut nachempfinden und glaube, dass sich einige Leser:innen in ihr gesehen fühlen werden. Es war schön zu sehen, wie sie langsam lernt mit ihren Zweifeln und Unsicherheiten umzugehen und über diese hinauszuwachsen. Ein Thema, das in meinen Augen besonders gut behandelt wurde, war Eleanores Wunsch danach, “ausgewählt” zu werden, und wie sie diese Unsicherheit durch ihre Freundschaft mit Jude und ihre Beziehung zu Dex zu überwinden lernt.
Dex hingegen ist mir leider zu kurz gekommen. Er bringt zu Beginn viel Emotional Baggage mit sich und ich war gespannt, seine Geschichte und Entwicklung mitzuerleben, aber im Gegensatz zu Nore wurde mir diese nicht tief genug erzählt. Bei ihm bleibt viel in seinen Gedanken, und auch wenn eine Entwicklung innerlich stattfinden kann und soll, kam mir der Switch am Ende zu plötzlich und ohne eine richtige Konversation oder Auseinandersetzung mit seinen Gefühlen, von denen ich als Leserin natürlich gerne on-screen mitbekommen möchte.
Was Lower Whilby als Setting betrifft, hat man in diesem Band definitiv mehr vom Kleinstadt-Feeling bekommen, was mir auch gut gefallen hat, aber trotzdem war es mir noch etwas zu wenig. Ich finde es gut, dass mit dieser Reihe auch mal negative Aspekte einer Kleinstadt angesprochen werden (everyone is in your damn business) und nicht nur alles als Friede, Freude, Eierkuchen romantisiert wird, aber da Eleanore so fest in die Stadtgemeinschaft eingebunden ist, hatte ich mir trotzdem mehr erhofft.
Auch finde ich schade, dass das Springtide Festival nicht ganz so eine große Rolle gespielt hat wie erwartet. Generell hatte ich den Eindruck, dass zwei recht zentrale Plotpoints, die die Charaktere für einen Großteil der Geschichte begleiten, am Ende gar nicht so wichtig waren, was einfach etwas antiklimaktisch auf mich wirkte.
Absolut überzeugen konnte mich diesmal aber wieder Kyra Grohs Schreibstil und ihr gewohnter Humor - in Band 1 hatte ich so meine Probleme damit, aber hier war ich wieder total dabei. Die Sprecher:innen haben dieses Mal auch wieder gut zu den Charakteren gepasst und mir daher gut gefallen.
Insgesamt war The Iced Caramel Coffee Agreement auf jeden Fall eine schöne Romance Geschichte mit gutem Humor, die wichtige und für Leser:innen relatable Themen anspricht, und die ich gerade passend zum guten Wetter gerne gehört habe. Mit der Lower Whilby Reihe werde ich aber offenbar nach wie vor nicht ganz warm. Das Ende hat mich dann aber nochmal ganz schön überrascht und jetzt freue ich mich doch ziemlich auf Band 3!
Vielen Dank an Hörbuch Hamburg und NetGalley für das Rezensionsexemplar.