Einmal Rockstar zum Mitnehmen!

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
sheena01 Avatar

Von

Inhalt & Handlung:
In Band zwei der Lower Whilby Trilogie stehen Eleanore und Dex im Mittelpunkt des Geschehens. Im Grunde hatten sich die beiden schon Jahre davor im Rahmen eines Festivalauftritts kennengelernt, wobei Eleanore von Anfang an Feuer und Flamme für Dex war, er jedoch kaum Notiz von ihr nahm. Als nun Dex nach Jahren wieder in Lower Whilby auftaucht ist mittlerweile aus dem aufstrebenden Musiker Dex ein ausgebrannter, verbitterter Rockstar geworden, die in Liebesdingen recht unerfahrene Eleanore hingegen kämpft immer noch damit, dass sie als Frau von allen übersehen wird. Aber wie so oft ziehen sich Gegensätze an und das Schicksal nimmt seinen Lauf.

Schreibstil:
Auch in diesem Band besticht die Autorin mit ihrer leichten, beschwingten Art zu erzählen. Die Geschichte hat viel Charme und wirkt sehr lebendig und spritzig. Die Wortgefechte in den Dialogen sind zum Teil äußerst humorvoll und entlocken dem Leser des Öfteren ein Lachen. Die Geschichte wird abwechselnd aus dem jeweiligen Blickwinkel der Protagonisten erzählt.

Charaktere:
Im Grunde hatten sich die beiden Hauptcharaktere Eleanore und Dex schon Jahre davor kennengelernt, als Dex mit seiner damaligen Band die Gelegenheit bekam, beim alljährlichen Musikfestival in Lower Whilby aufzutreten und Eleanore – von ihren Freunden auch Nore genannt – dort als Aushilfe arbeitete. Damals hatte sie sich unsterblich in den Musiker verliebt, ihn jedoch ließ Eleanore kalt. Mittlerweile sind etliche Jahre vergangen, Eleanore arbeitet inzwischen in der Stadtverwaltung Lower Whilbys und ist mit der Organisation des Festivals betraut. In all den Jahren konnte sie Dex jedoch nicht vergessen, wie ein Fangirl stalkte sie heimlich den musikalischen Werdegang von Dex. Sie ging in ihrer unerfüllten Liebe für ihn so auf, dass für sie kein anderer Mann auch nur annähernd in Frage kam, da keiner mit dem idealisierten Dex mithalten konnte. Aus diesem Grunde ist sie beziehungstechnisch unerfahren, und wird von Selbstzweifeln zerfressen, leidet sie doch sehr darunter, dass sie von allen immer nur als die „gute Seele“ oder „der Typ zum Pferdestehlen“ betrachtet, nicht jedoch als unwiderstehliche Frau wahrgenommen wird. Sie hat ihr Herz am rechten Fleck und wird deshalb von jedem gemocht, ein euch und durch liebenswerter Charakter! Ihr gegenüber steht Dex, der im ersten Teil eigentlich extrem nett rüberkam, in diesem Band jedoch das Klischee eines gescheiterten Rockstars bediente, der mit Sex, Drugs und Rock’nRoll das Leben in vollen Zügen ausgekostet hatte. In den Anfangsphasen der Noch-Nicht-Beziehung der beiden wirkt er eher toxisch, sein Interesse an Eleanore scheint eher dem Umstand geschuldet, dass ein anderer Mann seinerseits Interesse an ihr zeigt.
Neben diesen beiden Protagonisten tauchen mehrere andere Charaktere auf, die man bereits im Band eins kennengelernt hatte, wobei hier jeder einzelne von der Autorin liebevoll gezeichnet wird. So ist hier niemand perfekt, jeder hat seine Ecken und Kanten, was das Ganze sehr authentisch macht.

Cover:
Man merkt auch optisch an dem fröhlich-bunten Erscheinungsbild des Buches, das der zweite Band im Frühsommer angekommen ist, alleine schon der Umschlag macht gute Laune!

Meinung:
Wie auch in „The Pumpkin Spice Latte Disaster“ landet man im zweiten Teil der Lower Whilby Triologie inn besagter Kleinstadt Lower Whilby. Im ersten Teil hatte man das Liebesleben von Jude und James genauer beleuchtet, diesmal ist jenes von James jüngerem Bruder Dex und Eleanore an der Reihe. Im Prinzip kennt man die Charaktere alle bereits aus dem Vorgängerband, man hat irgendwie das Gefühl „nach Hause zu kommen“ und dort alte Bekannte wiederzutreffen, so vertraut ist einem diese Kleinstadt inzwischen geworden.
Besonders gelungen finde ich, wie die Autorin die einzelnen Charaktere beschreibt: man findet hier keine Über-Drüber-Wunderwutzis sondern Menschen mit ihrer eigenen Geschichte, die davon geprägt wurden und dementsprechend verletzlich sind und immer wieder mit ihren persönlichen Dämonen zu kämpfen haben. In diesem Buch geht es nicht nur um Liebe, auch Themen wie Freundschaft und Hilfsbereitschaft werden hier groß geschrieben.

Persönliche Kritikpunkte:
So toll ich das Buch fand, weil mir der Schreibstil der Autorin sehr zusagte, so muss ich auch sagen, dass die Geschichte gegen Ende hin ein wenig zog.

Fazit:
Trotz der Längen am Schluss durch und durch ein „Wohlfühlbuch“, man freut sich direkt auf den nächsten Besuch in Lower Whilby!