Iced Coffee, Kleinstadt und das leise Unbehagen danach
The Iced Caramel Coffee Agreement ist der zweite Band der Lower Whilby-Reihe von Kyra Groh, und ich bin mit echten Erwartungen herangegangen. Kleine Stadt, Festivalatmosphäre, eine Protagonistin die ihren eigenen Ruf satt hat, ein Musiker auf der Flucht vor sich selbst. Das ist ein Setup, das ich liebe, wenn es gut gemacht ist.
Und in vielen Punkten ist es das. Kyra Groh hat einen Schreibstil, der trägt. Die Dialoge zwischen Eleanore und Dex haben Witz und Tempo, die Kleinstadt Lower Whilby bekommt eine eigene Atmosphäre, und die Festival-Kulisse gibt dem Buch eine Leichtigkeit, die gut zur Geschichte passt. Eleanore als Figur hat mich von Anfang an interessiert, weil sie nicht die übliche selbstzweifelnde Heldin ist, sondern jemand der weiß wer er ist und trotzdem etwas verändern will. Das ist ein Unterschied, den ich schätze.
Dex ist der komplexere Charakter von beiden, und seine innere Blockade als ausgebrannter Musiker ist nachvollziehbar aufgebaut. Die Dynamik zwischen den beiden funktioniert, die Deal-Prämisse trägt durch den Roman, und ich wollte wissen wie es endet.
Was mich persönlich gestört hat, ist die Gewichtung im zweiten Drittel des Buches. Für mein Empfinden verschiebt sich der Fokus zu stark in Richtung expliziter Szenen, und dabei bleibt die emotionale Entwicklung stellenweise auf der Strecke. Das ist keine Kritik am Genre, sondern an der erzählerischen Balance. Wenn Intimität im Roman die Funktion übernimmt, die eigentlich dem emotionalen Durchbruch gehören sollte, verliert die Romanze etwas von ihrer Tiefe.
Dazu kommen einige Szenen, die mir gewollt wirkten, als ob sie einen externen Zweck erfüllen sollten statt organisch aus dem Handlungsbogen zu wachsen. Das hat mich mehrfach kurz aus dem Lesefluss gerissen.
Mein Fazit: Drei Sterne, die ich mit echtem Respekt für das vergebe was Kyra Groh kann. Wer den Stil der Autorin liebt, mit expliziterem Inhalt gut umgehen kann und einfach eine schön geschriebene Small Town Romance mit Festivalflair möchte, wird hier auf seine Kosten kommen. Wer wie ich vor allem die emotionale Erzählebene sucht, wird vielleicht ähnlich ambivalent zurückbleiben wie ich.
Und in vielen Punkten ist es das. Kyra Groh hat einen Schreibstil, der trägt. Die Dialoge zwischen Eleanore und Dex haben Witz und Tempo, die Kleinstadt Lower Whilby bekommt eine eigene Atmosphäre, und die Festival-Kulisse gibt dem Buch eine Leichtigkeit, die gut zur Geschichte passt. Eleanore als Figur hat mich von Anfang an interessiert, weil sie nicht die übliche selbstzweifelnde Heldin ist, sondern jemand der weiß wer er ist und trotzdem etwas verändern will. Das ist ein Unterschied, den ich schätze.
Dex ist der komplexere Charakter von beiden, und seine innere Blockade als ausgebrannter Musiker ist nachvollziehbar aufgebaut. Die Dynamik zwischen den beiden funktioniert, die Deal-Prämisse trägt durch den Roman, und ich wollte wissen wie es endet.
Was mich persönlich gestört hat, ist die Gewichtung im zweiten Drittel des Buches. Für mein Empfinden verschiebt sich der Fokus zu stark in Richtung expliziter Szenen, und dabei bleibt die emotionale Entwicklung stellenweise auf der Strecke. Das ist keine Kritik am Genre, sondern an der erzählerischen Balance. Wenn Intimität im Roman die Funktion übernimmt, die eigentlich dem emotionalen Durchbruch gehören sollte, verliert die Romanze etwas von ihrer Tiefe.
Dazu kommen einige Szenen, die mir gewollt wirkten, als ob sie einen externen Zweck erfüllen sollten statt organisch aus dem Handlungsbogen zu wachsen. Das hat mich mehrfach kurz aus dem Lesefluss gerissen.
Mein Fazit: Drei Sterne, die ich mit echtem Respekt für das vergebe was Kyra Groh kann. Wer den Stil der Autorin liebt, mit expliziterem Inhalt gut umgehen kann und einfach eine schön geschriebene Small Town Romance mit Festivalflair möchte, wird hier auf seine Kosten kommen. Wer wie ich vor allem die emotionale Erzählebene sucht, wird vielleicht ähnlich ambivalent zurückbleiben wie ich.