Unterschiede, die sich anziehen

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Nachdem mir der erste Roman von Kyra Groh, zu dem ich das Hörbuch gehört habe, sehr gut gefallen hat, mich der erste Teil der Lower Whilby-Reihe aber dann etwas enttäuscht hat, wollte ich dennoch wissen, was nun im zweiten Teil passiert. Das Cover ist wieder recht bunt, eher frühlingshaft und zu einer Liebesgeschichte passend, gestaltet, wobei ich die Fahrräder nun nicht so sehr mit den Hauptpersonen verbinde, dass sie mit auf das Cover gemusst hätten.

Im Mittelpunkt der Handlung steht diesmal Eleanore, die im ersten Teil schon eine Nebenrolle inne hatte. Sie hat jung ihre Mutter verloren, arbeitet im Büro des Bürgermeisters und gilt als zuverlässig und gute Freundin. Allerdings hatte sie noch nie Sex, obwohl sie bereits Mitte 20 ist und gerne eine Beziehung hätte. Heimlich verliebt ist sie seit Jahren in Dex, den Bruder des Cafébetreibers. Er ist als Musiker in einer Krise und ziemlich übel abgestürzt und quartiert sich bei seinem Bruder ein, weil er aus London weg musste. Eleanore und Dex vereinbaren schließlich, dass er ihr dabei hilft, öfter über ihren Schatten zu springen, während sie ihn unterstützt, wieder zu dem zu werden, der er sein möchte.

Prinzipiell sind die beiden nicht unsympathisch, so ganz hat sich mir die Anziehung zwischen ihnen aber nicht erschlossen, da sie doch sehr verschieden sind und für mich nicht vollständig deutlich wird, was genau sie so sehr am anderen fasziniert. Dass Eleanore mit Mitte 20 noch nicht einmal einen Mann geküsst hat, obwohl es heutzutage viel mehr Möglichkeiten gäbe, Dates zu haben und, dass sie in mancher Hinsicht sehr naiv auftritt, erschien mir zudem etwas unrealistisch. Ansonsten ist es eine gut lesbare Geschichte, die in einer netten britischen Kleinstadt spielt und Kyra Groh schreibt auch wieder recht humorvoll. Eine etwas größere Rolle hätte für mich die Musik spielen dürfen, da Dex ja schließlich Musiker ist und seine Eltern sogar sehr berühmt in diesem Bereich. Was mich leider auch diesmal wieder sehr gestört hat, sind die sehr expliziten Szenen, die zu viel Raum einnehmen. Insbesondere bei einem Hörbuch ist mir das wirklich unangenehm, wenn ich das auch beim Kochen oder Autofahren mit offenem Fenster höre. Ich hätte es bevorzugt, mehr der Phantasie zu überlassen. Abgesehen davon empfand ich die Sprecher:innen des Hörbuchs als passend gewählt, der Wechsel zwischen beiden sorgte zudem für Abwechslung und dafür, dass man sich gut orientieren konnte, aus wessen Perspektive gerade erzählt wird.