Wer sein will statt sein soll

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azyria_sun Avatar

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Worum geht’s?
Eleanore ist das liebe Mädchen aus Lower Whilby. Zuverlässig, immer für alle da und mit 26 Jahren noch immer ungeküsst. Meist nur die beste Freundin und seit acht Jahren heimlich verliebt in einen Drummer, dessen Lächeln sie nie vergessen konnte. Und dann steht er plötzlich wieder vor ihr.

Meine Meinung:
Bereits im ersten Roman von Kyra Groh lernen wir Eleanore, genannt Nore, kennen. Schon damals war sie mir auf Anhieb unheimlich sympathisch, vielleicht sogar der liebenswerteste Charakter der gesamten Girl Next Door x Big City Boy-Reihe. Umso größer war meine Vorfreude, als feststand, dass sich „The Iced Caramel Coffee Agreement“ ihrer Geschichte widmen würde. Und was soll ich sagen? Das Buch hat mir sogar noch deutlich besser gefallen als der erste Band. Die Dialoge sprühen vor Witz und Schlagfertigkeit, der Schreibstil fühlt sich noch lebendiger an und ich war vom ersten Kapitel an wieder mitten in Lower Whilby, als wäre ich nie weg gewesen.

Erzählt wird die Geschichte aus den Perspektiven von Dex, James' Bruder und erfolglosem Musiker, der gerade ziemlich unsanft auf dem Boden der Tatsachen gelandet ist, und natürlich von Nore. Dem Herz von Lower Whilby. Einer dieser Menschen, die ständig an andere denken und denen man einfach nur wünschen möchte, dass endlich auch mal jemand an sie denkt.

Was mir besonders gut gefallen hat: Diesmal dreht sich eben nicht alles nur um die Liebesgeschichte. Im Gegenteil. Kyra Groh verpackt viele tiefgründige Themen in einer wunderbar leichten Geschichte. Es geht, wie Dex so treffend sagt, um „Nature und Nurture“. Um die Frage, wie sehr uns unsere Vergangenheit formt. Darum, den eigenen Weg zu finden, statt Erwartungen zu erfüllen. Sich nicht in Schubladen stecken zu lassen, sondern herauszufinden, wer man eigentlich sein möchte. Genau darum entfaltet sich auch die Geschichte zwischen Dex und Nore. Zwei völlig unterschiedliche Menschen, die sich überraschend perfekt ergänzen. Mal witzig, mal berührend, mal nachdenklich und zwischendurch herrlich chaotisch. Ich habe unglaublich gerne verfolgt, wie sich Hoffnungen zerschlagen, neue entstehen und beide Stück für Stück über sich hinauswachsen.

Während der erste Band für mich stellenweise noch etwas oberflächlich wirkte, bekommt die Geschichte hier deutlich mehr Tiefe. Natürlich fehlt auch der Spice nicht, aber er bleibt angenehm dosiert und drängt sich nie in den Vordergrund. Stattdessen stehen die Figuren, ihre Entwicklung und ihre Emotionen im Mittelpunkt. Genau das macht diesen zweiten Band für mich zum bisher stärksten der Reihe. Und nachdem bereits angedeutet wurde, dass das nächste Buch Olive gewidmet sein wird, freue ich mich jetzt schon auf die Rückkehr nach Lower Whilby.

Fazit:
Mit „The Iced Caramel Coffee Agreement“ hat Kyra Groh für mich einen zweiten Band geschrieben, der humorvoll, emotional und deutlich tiefgründiger als der Auftakt der Reihe ist. Mit liebenswerten Figuren, spritzigen Dialogen und einer Geschichte über Selbstfindung, Mut und das Glück, einfach man selbst zu sein, hat mich dieser Roman vollkommen überzeugt. Besonders die Hauptfiguren Nore und Dex habe ich vom ersten bis zum letzten Kapitel unglaublich gerne begleitet. Hier ist eine Geschichte entstanden, die mich wunderbar unterhalten hat. Wenn der dritte Band das Niveau hält, werde ich Lower Whilby nur sehr ungern irgendwann wieder verlassen.

5 Sterne von mir.