Ausgesprochen versiert und herzlich.

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aerdna Avatar

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Bis zu diesem Buch hätte ich mich niemals zur Generation der Millennials gezählt - nun, weit gefehlt; was für eine Überraschung. Beschreibungen zu finden, in denen ich mich tief gesehen fühle, berührt. In letzter Zeit habe ich oft Rückmeldungen bekommen, die zum Inhalt hatten, wie offen ich etwas mitgeteilt hätte, was mich sehr irritiert hat, weil dort immer auch still eine Art Kritik oder Verwunderung mitschwingt. Nach dieser Leseprobe verstehe ich das wieder etwas tiefer. >Doch in der modernen Welt festigen wir unsere Resilienz nicht durch eine „Hauptsache lächeln und alles ist gut“-Einstellung, sondern indem wir uns austauschen und daran wachsen<, schreibt Alex George und bringt damit die derzeit in unserer Gesellschaft immer noch vorherrschende Diskrepanz auf den Punkt. Sich selbst auszudrücken, sich sichtbar und damit verletzlich zu machen ist unabdingbar für unsere mentale Gesundheit und doch immer noch, und mit unserer Krisenzeit wieder zunehmend, angstbesetzt und abgelehnt. Alex George macht mit einer unheimlich warmen, freundlichen, tröstlichen Sprache klar, dass es nicht hilft, den Kopf in den Sand zu stecken, sondern dass ehrliches Hinschauen und offenes Miteinander uns helfen, gesund zu werden und gesund zu bleiben. Auch ich komme aus so einer Familie, in der das generationsbedingt sehr, sehr schwierig war und ist und bin deshalb über so ein Buch froh.
Die Idee von der Baseline der tiefen inneren Zufriedenheit finde ich sehr schön und auch hilfreich.
Ständiges Streben nach Glück stresst und ist nicht haltbar. Schön, dass das mal einer so klar und bodenständig beschreibt.
Ich empfinde das Buch als sehr stimmig und umfassend. Auch der Mut des Autors, seine eigenen unangenehmen und schwierigen Erfahrungen offen zu teilen, motiviert und zeigt, dass man trotzdem weiterkommen und ein gutes Leben führen kann.
Das Cover gefällt mir farblich nicht, weil ich die gewählten Farbtöne unharmonisch miteinander finde, wobei die vier farbigen Streifen aber die beschriebenen vier Schritte auf dem Weg zur eigenen mentalen Toolbox aufgreifen und somit gut zum Inhalt passen.
Es gibt viele „Psycho-Bücher“ - The Mind Manual hebt sich ab.