Zwischen Empowerment und Einwand, mentale Stärke braucht mehr als nur Haltung

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schnukilein1904 Avatar

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Schon beim Titel war ich neugierig – aber auch skeptisch. Denn mentale Stärke ist für mich als Coachin untrennbar mit dem weiblichen Zyklus, der hormonellen Balance und dem gelebten Lifestyle verbunden. Rebekka Reinhard geht einen anderen Weg: philosophisch, gesellschaftlich, provokant. Und genau das macht die Leseprobe spannend – weil sie eben nicht das sagt, was ich selbst tagtäglich lehre, sondern andere Türen öffnet.

Ihr Stil ist kraftvoll, pointiert, manchmal unbequem. Sie schreibt über mentale Stärke nicht als Tool zur Selbstoptimierung, sondern als Haltung – gegen Anpassung, gegen patriarchale Muster, gegen das Funktionieren-Müssen. Das gefällt mir. Es triggert und inspiriert zugleich. Besonders gut fand ich den Gedanken, dass mentale Stärke nichts mit „Zähne zusammenbeißen“ zu tun hat, sondern mit Klarheit, Rückgrat und der Bereitschaft, den eigenen Weg zu gehen – auch wenn er unbequem ist.

Trotzdem merke ich beim Lesen: Hier fehlt mir stellenweise der Körper. Die Biochemie. Der Zyklus. Die Rhythmen. Mentale Stärke entsteht für mich nicht im Kopf allein – sie wächst aus dem Zusammenspiel von Körper, Emotion und Entscheidung. Vielleicht kommt das noch im weiteren Verlauf des Buches – die Leseprobe macht jedenfalls Lust, weiterzudenken.

Fazit:
Ein kluges, waches Buch, das mentale Stärke neu definiert – als Widerstandskraft gegen äußere Erwartungen und innere Selbstsabotage. Für mich nicht vollständig ohne körperlichen Kontext, aber gerade deshalb spannend, weil es zur Reflexion anregt. Ich bin offen für mehr – und gespannt, welche Impulse noch auf mich warten.