Kann eine falsche Entscheidung über die gesamte Zukunft entscheiden?

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Abby Jimenez‘ Geschichten zeichnen sich – kurz und knapp – durch folgende Eigenschaften aus: Humor, große Tierliebe und eine beeindruckende thematische Tiefe und all das ergänzt durch ihren einzigartigen Schreibstil.

Darf oder sollte man die eigenen Wertvorstellungen aufgeben, um das eigene Glück zu finden?

Oder ist es wichtiger, unbedingt an bestehenden Prioritäten festzuhalten?

Diese Fragestellungen kreisen, seit ich das Buch gelesen habe in meinem Kopf umher.

Larissa entscheidet sich an jenem einen Abend dafür, von Mike Heimgefahren zu werden. Chris hat auf sie den Anschein erweckt, sie nicht mitnehmen zu wollen. Stattdessen wirkte er in sich gekehrt und keineswegs so fröhlich und ausgelassen wie sein bester Kumpel Mike.

Das Problem: Chris’ Verhalten an diesem Abend basiert auf einem nachvollziehbaren Hintergrund – den ich an dieser Stelle nicht verraten möchte.

Bereits im ersten Kapitel springt Chris für Mike ein – Larissa und er sind inzwischen ein Paar – und fährt sie und ihre Mutter ins Krankenhaus. Damit nicht genug: Mike meldet sich immer häufiger mit Migräne ab und so springt Chris jedes Mal für ihn ein. Dadurch lernen Chris und Larissa sich immer besser kennen.

Und doch wissen beide, dass sie nicht bloß Mike das Herz brechen, sondern Chris auch seine gesamte Clique verlieren würde, wenn sie eine Beziehung eingehen.

Weitere inhaltliche Aspekte sind:

Streben nach Unabhängigkeit

Larissa strebt ein Leben als unabhängige Frau an, die auf eigenen Beinen steht. Sie will auf keinen Fall bei einem Mann einziehen und dadurch ihre Unabhängigkeit einbüßen. Stattdessen wünscht Larissa sich einen Menschen an ihrer Seite, der sie dabei unterstützt, ihr eigenes Geld zu verdienen. Das bedeutet natürlich nicht, dass sie es kategorisch ausschließt, irgendwann mit einem Mann zusammenzuleben. Aber wenn, dann weil sie es möchte und nicht, weil sie es aus finanziellen Gründen muss.

Mental Health

Außerdem wird dem Aspekt der mentalen Gesundheit große Aufmerksamkeit geschenkt – realistisch und ohne zu beschönigen.

»Es ist schwerer, eine Depression zu überwinden, als sie zu verhindern.«


Die Geschichte verdeutlicht die rasante Entwicklung einer Co-Abhängigkeit, die häufig aus unbedachter Hilfsbereitschaft entsteht. Hier eine Notlüge, um eine Person zu decken, dort mal schnell einspringen – und schon unterstützt man, ohne es zu wissen, die Erkrankung.

Wahre Liebe

Wahre Liebe äußert sich nicht unbedingt durch große und teure Geschenke, sondern viel mehr in den kleinen Gesten des Alltags. Eine wunderschöne Botschaft!

Fazit

The Night We Met ist ein absolutes Meisterwerk über Liebe, Freundschaft und die Suche nach dem eigenen Glück. Ich habe gelacht, mitgelitten, den Kopf geschüttelt und so sehr darauf gehofft, dass Larissa und Chris doch noch ihr Glück finden.

Auch wenn das Buch als Band 2 der Say you’ll remember me-Reihe bezeichnet wird, sind alle Bücher unabhängig voneinander lesbar.

Die Rezension beruht auf einem Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde dadurch in keiner Weise beeinflusst.