Düstere Akademie, tödliche Prüfungen und viel Spannung

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helen_wlm Avatar

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“The Ordeals“ von Rachel Greenlaw ist ein Dark-Academia-Fantasyroman, der mich vor allem durch sein Setting und die Grundidee neugierig gemacht hat. Im Mittelpunkt steht Sophia DeWinter, die seit ihrer Kindheit durch einen magischen Blutbund an ihren grausamen Onkel gebunden ist. Ihre einzige Chance auf Freiheit sieht sie in Killmarth, einer Eliteakademie für Magiebegabte, die sich seiner Kontrolle entzieht. Der Weg dorthin ist allerdings alles andere als sicher, denn wer aufgenommen werden will, muss sich brutalen Prüfungen stellen und nicht alle überleben diese Herausforderungen.

Optisch hat mich das Buch sofort angesprochen. Das Cover passt hervorragend zur düsteren, leicht bedrohlichen Atmosphäre der Geschichte. Auch die Gestaltung insgesamt unterstützt den Dark-Academia-Vibe sehr gut.

Inhaltlich bietet das Buch eine spannende Mischung aus Akademie-Setting, tödlichen Wettbewerben und Mystery-Elementen. Die Prüfungen sorgen für konstanten Druck und halten die Spannung hoch, auch wenn einige Entwicklungen recht vorhersehbar sind. Positiv hervorheben möchte ich das Magiesystem. Die unterschiedlichen Arten von Magiewirkenden, etwa Illusionisten oder Botaniker, sind interessant angelegt und bringen Abwechslung in die Handlung. Gleichzeitig hätte ich mir hier etwas mehr Tiefe und Hintergrundwissen zur Welt und zur Geschichte der Akademie gewünscht. Manches bleibt eher angerissen als wirklich ausgearbeitet.

Sophia als Hauptfigur hat mir insgesamt eigentlich ganz gut gefallen. Sie ist schlagfertig, selbstbewusst und lässt sich nicht so leicht einschüchtern. Auch wenn sie für mich stellenweise nicht nachvollziehbar gehandelt hat, war sie ansonsten eine angenehme Protagonistin. Der männliche Gegenpart Alden bleibt für mich dagegen etwas blass. Bei ihm hätte ich mir mehr Charaktertiefe und Entwicklung gewünscht. Die romantischen Elemente sind vorhanden, stehen aber klar hinter Plot und Fantasy zurück und wirkten stellenweise etwas überhastet.

Der Schreibstil liest sich flüssig und leicht, auch wenn das Tempo insgesamt eher schwankt. Einige Passagen ziehen sich, andere wiederum gehen sehr schnell voran. Trotzdem hat mich das Buch gut durch die Geschichte getragen und immer wieder dazu gebracht, weiterzulesen.

Fazit:
“The Ordeals“ ist ein unterhaltsamer Fantasyroman mit düsterem Akademie-Setting, interessanter Magie und einer starken Hauptfigur. Trotz kleiner Schwächen im Worldbuilding und bei der Figurenzeichnung bietet das Buch spannende Unterhaltung und macht neugierig auf die Fortsetzung. Eine klare Empfehlung für alle, die Dark Academia, tödliche Prüfungen und magische Intrigen mögen.