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wika-chan Avatar

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Mit The Ordeals entwirft Rachel Greenlaw eine düstere, fesselnde Romantasy, die Magie, Machtkämpfe und emotionale Abhängigkeiten geschickt miteinander verwebt. Die Elite-Akademie Killmarth bildet dabei den perfekten Schauplatz für eine Geschichte, in der Überleben wichtiger ist als Moral und Vertrauen ein seltenes Gut.

Sophia De Winter ist eine verletzliche, aber entschlossene Protagonistin, deren innerer Konflikt – gefangen zwischen dem grausamen Blutsbund mit ihrem Onkel und dem verzweifelten Wunsch nach Freiheit – der Geschichte viel Tiefe verleiht. Besonders gelungen ist die Darstellung ihrer Angst, Unsicherheit und gleichzeitigen Entwicklung: Sophia wächst nicht plötzlich über sich hinaus, sondern kämpft sich Schritt für Schritt voran.

Die Ordeals selbst sind brutal, kreativ und spannend beschrieben und sorgen für ein konstant hohes Tempo. Das Magiesystem mit Illusionisten, Botaniker:innen, Alchemist:innen und Maskierer:innen wirkt durchdacht und abwechslungsreich. Die Dynamik zwischen Sophia und Alden Locke folgt zwar bekannten Romantasy-Mustern, überzeugt aber durch knisternde Spannung, klare Machtverhältnisse und emotionale Zurückhaltung – ein klassischer Slow Burn mit viel Potenzial.

Stellenweise bleibt die Welt außerhalb der Akademie noch etwas blass, und einige Nebenfiguren hätten mehr Raum verdient. Dennoch gleicht die intensive Atmosphäre diese Schwächen aus. Besonders der unterschwellige Zweifel, ob Killmarth wirklich der sichere Zufluchtsort ist, für den Sophia ihn hält, verleiht der Geschichte zusätzliche Spannung.

Insgesamt ist The Ordeals ein packender Auftakt voller dunkler Magie, gefährlicher Prüfungen und emotionaler Konflikte. Ideal für Leser:innen, die Elite-Akademien, tödliche Wettbewerbe und romantische Spannung mit düsterem Unterton lieben.