Kreative, aber tödliche Prüfungen

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la tina Avatar

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Um den Blutsbund zu brechen, der Sophia magisch an den Sammler bindet, sieht sie nur einen Ausweg: In die Killmarth-Akademie gelangen und dort die magischen Prüfungen bestehen. Auch wenn ihre eigenen magischen Fähigkeiten als Illusionistin bisher primär für Diebstähle und ähnliche Aufträge des Sammlers genutzt wurden. Die als Ordeals bezeichneten Prüfungen gestalten sich als tödlich und nur die Sieger werden fortan für die Dienste an der Krone ausgebildet. Die Rivalität ist entsprechend hoch, so dass sie sich zunächst mit dem botanisch-begabten Alden als Team zusammentut.
Was zunächst ganz vielversprechend klang entpuppte sich als eine wie sinnlos wirkende Aneinanderreihung von Gewalt und Gefahr. Warum bringt man auf der Suche nach den Besten der Besten für eine Elitetruppe so viele junge begabte Menschen um? Sinnvoller wäre es doch, diese ebenfalls auszubilden, wenn Magie schon so besonders ist. Zumal die Elitemagier auch nur im Namen der Krone verheizt werden sollen. Generell scheint hier im Buch die Grundeinstellung zu sein, die Leute durch Quälerei zu stählen, denen einzutrichtern, sie wären was Besonderes, nur um sie dann als Waffe zu instrumentalisieren. Ebenso scheint es für die Leitenden der Akademie kein großes Problem zu sein, dass da jemand nebenbei zwischen den Anwärtern einige Morde begeht. Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen? Negativ.
Die Charaktere bleiben alle langweilig flach, bis auf Oberflächlichkeiten erfährt man kaum was über sie. Selbst über Sophias Rivals2Lovers Love Interest Alden Locke, den knurrenden Mucki-Typ, der es nicht für nötig hält Fragen zu beantworten, erfährt man kaum mehr als in ständiger Wiederholung dessen Augenfarbe und Körpergeruch (kein Scherz!). Und die expliziten Szenen zwischen den beiden lesen sich wie Fast Food.
Die diversen Ausprägungen der Magie sowie die im Lauf des Romans vorkommenden Wesen bieten zwar etwas Abwechslung, doch auch hier bleibt das Buch enttäuschend zurückhaltend, es gibt kaum Beispiele für die Magiearten oder Informationen zu den Hintergründen der Wesen.
Die Ordeals selbst waren schon recht kreativ und spannend zu verfolgen, da kann ich die Autorin für ihre Kreativität loben. Nur der tödliche Aspekt für die angehenden Auszubildenden jedesmal, vor allem von Beginn an, sehe ich als sinnlos und vor dem Hintergrund einer Bedrohung stark kontraproduktiv. Zudem hätte dem Buch ein Plus an Magie, mehr Tiefgang und vor allem ein prüfender Blick auf die Logik dahinter gutgetan.