Ohne Herz durch die Prüfungen

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19cici95 Avatar

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Was bekommt man, wenn man ein Harry Potter-eskes Setting mit einer Romantasy-Geschichte nach Hunger Games-Art vermischt?
Ein in vieler Hinsicht unterhaltsame Geschichte, die es leider aber weder mit der Atmosphäre von Hogwarts, noch mit der Spannung der Spiele von Tribute von Panem mithalten kann.

Die Ordeals sind Spiele, die durch die Elite der Welt, in der wir uns befinden, durchgeführt werden. Nur die begabtesten Illusionisten, Maskierer, Botaniker und Alchemisten wissen überhaupt wo diese stattfinden werden.

Darin liegt auch gleich ein Problem des Buches. Das Worldbuilding ist nicht sehr stark ausgearbeitet. Wir erfahren nahezu nichts über die Geschichte der Magie, woher sie kommt, wer überhaupt magiebegabt ist und was das Problem der Welt ist. Es gibt zwar Götter, die im ganzen Buch vielleicht drei Mal erwähnt werden, sowie verschiedene Häuser an der Killmarth Akademie, doch auch diese haben keinerlei Relevanz. Die ganze Welt wirkt dadurch leider etwas blass und zu wenig greifbar. Gerade für eine Dark Academia Geschichte war es mir sowohl zu wenig Dark als auch zu wenig Academia.

Die Lovestory konnte mich ebenfalls nicht überzeugen. Schon im ersten Kapitel trifft unsere Protagonistin Sophia De Winter auf ihr Loveinterest Alden Locke. Die beiden verbindet eine sofortige Insta-Lust. Wer Slowburn sucht, wird enttäuscht und auch die expliziten Szenen sind auf jeden Fall nicht YA.

Die Prüfungen, die bestanden werden müssen um überhaupt an der Killmarth Akademie aufgenommen zu werden, konnte ich mir leider nicht richtig vorstellen. Mit dem beschreibenden Schreibstil der Autorin hatte ich diesbezüglich einige Probleme.
Auch die Beschreibung der Charaktere bleibt irgendwie vage. Zwar wird Sophia relativ gut beschrieben, doch ihre gesamte Backstory wird so bruchstückhaft präsentiert, dass man sich als Leserin zum Ende hin fragt, warum sie mich überhaupt noch interessieren sollte. Einige für Sophia bestimmt schlimme Ereignisse passieren, doch für die Lesenden ist eine emotionale Fallhöhe überhaupt nicht aufgebaut worden.

Bei allen negativ aufgegriffenen Aspekten hatte ich dennoch eine gute Zeit beim Lesen und habe mich unterhalten gefühlt. Spätestens als Vampire und Werwölfe auftauchen, hat man zumindest im Ansatz das Gefühl von klassischer Fantasy.