Tolle Fantasy mit martialischem Auswahlverfahren

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holdesschaf Avatar

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Sophia de Winter ist seit ihrer Kindheit durch einen Vertrag an ihren Onkel, den Sammler, gebunden und muss für ihn Aufträge erledigen. Sie möchte raus aus dieser Verbindung. Nur eine Aufnahme an der Killmarth Academy für Magiebegabte kann die Fesseln der Illustionistin lösen und so gerät Sophia in ein grausames Aufnahmeverfahrne, an dem auch der Botaniker Alden Locke teilnimmt. Um besser durch die martialischen Ordeals zu kommen, bilden die beiden ein Team. Während sich Gefühle entwickeln geht Sophia auch den Geheimnissen um ihre Eltern und die Akademie nach. Sie muss stärker werden, um das tödliche Auswahlverfahren zu überstehen, bei dem unerwartete Gefahren lauern.

Der Klappentext war schon so verheißungsvoll, dass ich das Buch sofort lesen wollte. Von Anfang an konnte ich mich in die in ihrem bisherigen Leben gefangene Protagonistin Sophia hineinversetzen. Man lernt sie noch in ihrer gewohnten Umgebung kennen, wo ihr nichts geschenkt wird. Stattdessen erfährt man von einer Kindheit, die von Kälte geprägt ist. Nur eine Person bringt ihr Liebe entgegen. Doch schon gleich auf diesen ersten Seiten erkennt man, dass neue Gefahren die Welt heimsuchen. Das erste Treffen mit dem männlichen Protagonisten ist für Sophia nur MIttel zum Zweck, die Verbindung wächst später immer mehr zu einem praktischen Team heran. Ich hab es genossen, diese Entwicklung zu verfolgen, weil sie irgendwie besonders und anders war. Etwas Spice gibt es jedoch auch hier.

Es gibt aber noch viele weitere Gründe, warum mir dieser Reihenauftakt so gut gefallen hat. Kurz vor ihrer Aufnahme erfährt Sophia ein Geheimnis, das alles auf den Kopf stellt, was sie über ihre Herkunft zu wissen glaubte. Die Nachforschungen ziehen sich unaufdringlich durch die gesamte Handlung und man möchte als Leser*in erfahren, was es damit auf sich hat. Zudem scheint Sophia anfangs eher schwache Illusionsmagie zu haben und muss sich anstrengen, um mehr zu lernen und die grausamen Ordeals zu bestehen. Nichts fliegt ihr wirklich zu. Die Auswahlevents selbst sind viel brutaler, als ich es mir vorgestellt hatte, manchmal auch einfach unverständlich schrecklich und trotzdem kann man nicht "wegsehen". Der spannende, bildgewaltige aber sehr kurzweilige Schreibstil tut sein Übriges, dass man das Buch nicht weglegen kann. Längen kommen höchst selten vor. Stattdessen droht ständig Gefahr von Monstern und einem Mörder, dessen Identität bis fast zum Schluss geheim bleibt. Hier müssen nicht wenige ihr Leben lassen, auch einige, an denen man mit der Zeit hängt. Plottwists, Geheimnisse, lebensbedrohliche Situationen, die Magie von Botanikern, Alchemisten, Illusionisten und Maskierten, die tolle Protagonistin und aufkommende Gefühle, all diese Dinge sorgen für ein tolles Fantasyerlebnis. Gerade nach dem Hammerende bin ich mehr als gespannt auf Band 2. 5 Sterne