Olive: perfekt unperfekt
„Du bist Super-Olive. Du hast bestimmt etwas dagegen in der Schublade. Du findest es nur gerade nicht.“
Olive war für mich in den ersten beiden Bänden der Lower-Wilby-Reihe eine Figur, mit der ich mich nicht ganz leichtgetan habe. Ihr perfektionistisches Auftreten und ihr Motto „Fake it till you make it“ machten es mir nicht gerade einfach, sie zu verstehen und wirklich gernzuhaben. Umso gespannter war ich auf ihre eigene Geschichte. Würde Kyra Groh es schaffen, mir Olive näherzubringen?
Und ob sie das geschafft hat!
Etwas mehr als ein Jahr ist vergangen, seit Olive herausgefunden hat, dass ihr Mann sie betrügt. Lange hat sie versucht, den schönen Schein aufrechtzuerhalten. Doch nun ist Tony weg und das Haus allein kaum noch zu finanzieren. Da kommen Casey, ein irischer Liebesromanautor mit Schreibblockade, und seine Tochter gerade recht. Die beiden suchen eine Unterkunft in Lower Wilby, während Casey dringend Inspiration für seinen nächsten Weihnachtsroman braucht. Was zunächst nach einer praktischen Lösung klingt, bringt ordentlich Bewegung in Olives aufgeräumtes Leben. Und plötzlich liefert ausgerechnet ihre neue Wohnsituation Stoff für Caseys Manuskript – bis die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit immer mehr verschwimmen.
**Olive: perfekt unperfekt**
Olive ist für mich die eigentliche Überraschung dieses Buches. Sie muss nicht plötzlich ein völlig anderer Mensch werden, um eine großartige Protagonistin zu sein. Sie darf ihre Ecken und Kanten behalten, Fehler machen und an ihren Werten festhalten. Gleichzeitig lernt sie, Veränderungen zuzulassen und sich mit den Gefühlen auseinanderzusetzen, vor denen sie sich so lange geschützt hat.
Dieser Prozess geschieht nicht von heute auf morgen. Olive wächst langsam, Schritt für Schritt. Genau das hat mir so gut gefallen, denn ihre Entwicklung fühlt sich dadurch glaubwürdig an. Hinter der perfekt aufgeräumten Fassade steckt eben viel mehr, als sie nach außen zeigen möchte.
„Du musst es fühlen, den ganzen Scheiß. Den Hass, die Trauer....sonst bleiben sie für immer in deinem Körper und vergiften dich.“
Für Olive bedeutet das, unangenehme Gefühle nicht länger wegzuschieben und nicht immer nur funktionieren zu müssen. Sie muss lernen, ihre Fassade fallen zu lassen und auch die Seiten an sich zu akzeptieren, die nicht perfekt sind. Dieser Weg ist nicht einfach, aber gerade deshalb konnte ich ihre Entwicklung so gut nachvollziehen.
Und dann ist da noch Casey …
Casey: ein Mann mit Herz und Schreibblockade
Casey war mir vom ersten Moment an sympathisch. Der 35-jährige Autor ist ein bisschen verpeilt, humorvoll und steckt voller Gefühl. Nicht nur, wenn es um seine Tochter geht, sondern auch im Umgang mit Olive. Besonders die Vater-Tochter-Beziehung hat mein Herz erwärmt. Sein Umgang mit seiner Teenagerin war einfach Zucker!
Nach seiner Schreibblockade scheint Lower Wilby genau der richtige Ort für einen Neuanfang zu sein. Mit der neuen Umgebung kehrt auch seine Inspiration zurück. Und während sein Weihnachtsroman langsam Gestalt annimmt, merkt er zunehmend, wie sehr Olive ihn beschäftigt. Dass seine eigenen Gefühle dabei immer stärker in sein Manuskript einfließen, sorgt für eine schöne Verbindung zwischen Geschichte und Fiktion.
**Slow Burn, der seinen Namen verdient**
Die Liebesgeschichte entwickelt sich angenehm langsam. Und ganz ehrlich: Alles andere hätte für mich auch nicht zu Olive und Casey gepasst. Hier geht es nicht darum, möglichst schnell von einem romantischen Moment zum nächsten zu springen. Es geht um Vertrauen, Nähe und darum, sich selbst und einem anderen Menschen wieder etwas zuzutrauen.
Für mich war hier tatsächlich der Weg das Ziel. Ich mochte es, die beiden auf ihrem Weg zu begleiten, und habe es genossen, wie sich ihre Beziehung Stück für Stück entwickelt. Und Holla, die Waldfee, was Olive zum Ende hin raushaut! Damit hat sie mich endgültig abgeholt. Ich liebs!
Besonders positiv ist mir außerdem aufgefallen, wie erwachsen mit den Konflikten und den angesprochenen Themen umgegangen wird. Ohne unnötige Missverständnisse, die sich durch ein einziges klärendes Gespräch aus der Welt schaffen ließen. Bei einem meiner letzten Romane hat mich genau dieser Punkt ziemlich gestört. Umso schöner fand ich es, dass Kyra Groh hier einen anderen Weg einschlägt.
Der Schreibstil: gewohnt Kyra Groh
Über Kyras Schreibstil müssen wir eigentlich gar nicht lange reden. Er ist gewohnt flüssig, modern und humorvoll. Die Dialoge machen Spaß, die Figuren wirken lebendig und auch die emotionaleren Momente kommen bei mir an, ohne dass es mir zu kitschig wird.
Die winterliche Small-Town-Atmosphäre passt wunderbar zur Geschichte und macht das Buch zu einer schönen Lektüre für gemütliche Lesestunden. Dazu kommen die romantischen und spicy Momente, die sich gut in die Entwicklung der Beziehung einfügen.
Eine Sache muss ich allerdings noch loswerden: Den viel diskutierten Zahnpasta-Kakao habe ich mir auf der Messe gespart. Da war ich dann doch zu skeptisch. Man muss schließlich nicht alles ausprobieren, nur weil es in einem Buch vorkommt. 😂
Mein Fazit
Mit *The Peppermint Hot Chocolate Dilemma* hat Kyra Groh für mich eine Geschichte geschaffen, die deutlich mehr ist als eine winterliche Romance. Es geht um Selbstschutz, Verletzlichkeit, persönliche Entwicklung und darum, dass man nicht perfekt sein muss, um liebenswert zu sein.
Olive hat mich überrascht, Casey hat mein Herz erobert und die langsame Entwicklung ihrer Beziehung hat für mich einfach gepasst. Besonders die glaubwürdige Charakterentwicklung und der erwachsene Umgang mit Konflikten haben mich überzeugt.
Eine humorvolle, gefühlvolle und winterliche Small-Town-Romance, die mich bestens unterhalten hat und bei der ich am Ende vor allem eines dachte: Olive, du hast es geschafft!
Meine Empfehlung: Für alle, die Slow Burn lieben, sich gern in winterliche Kleinstadtgeschichten entführen lassen und Romance-Figuren mögen, die nicht perfekt sein müssen, um ans Herz zu wachsen.
Olive war für mich in den ersten beiden Bänden der Lower-Wilby-Reihe eine Figur, mit der ich mich nicht ganz leichtgetan habe. Ihr perfektionistisches Auftreten und ihr Motto „Fake it till you make it“ machten es mir nicht gerade einfach, sie zu verstehen und wirklich gernzuhaben. Umso gespannter war ich auf ihre eigene Geschichte. Würde Kyra Groh es schaffen, mir Olive näherzubringen?
Und ob sie das geschafft hat!
Etwas mehr als ein Jahr ist vergangen, seit Olive herausgefunden hat, dass ihr Mann sie betrügt. Lange hat sie versucht, den schönen Schein aufrechtzuerhalten. Doch nun ist Tony weg und das Haus allein kaum noch zu finanzieren. Da kommen Casey, ein irischer Liebesromanautor mit Schreibblockade, und seine Tochter gerade recht. Die beiden suchen eine Unterkunft in Lower Wilby, während Casey dringend Inspiration für seinen nächsten Weihnachtsroman braucht. Was zunächst nach einer praktischen Lösung klingt, bringt ordentlich Bewegung in Olives aufgeräumtes Leben. Und plötzlich liefert ausgerechnet ihre neue Wohnsituation Stoff für Caseys Manuskript – bis die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit immer mehr verschwimmen.
**Olive: perfekt unperfekt**
Olive ist für mich die eigentliche Überraschung dieses Buches. Sie muss nicht plötzlich ein völlig anderer Mensch werden, um eine großartige Protagonistin zu sein. Sie darf ihre Ecken und Kanten behalten, Fehler machen und an ihren Werten festhalten. Gleichzeitig lernt sie, Veränderungen zuzulassen und sich mit den Gefühlen auseinanderzusetzen, vor denen sie sich so lange geschützt hat.
Dieser Prozess geschieht nicht von heute auf morgen. Olive wächst langsam, Schritt für Schritt. Genau das hat mir so gut gefallen, denn ihre Entwicklung fühlt sich dadurch glaubwürdig an. Hinter der perfekt aufgeräumten Fassade steckt eben viel mehr, als sie nach außen zeigen möchte.
„Du musst es fühlen, den ganzen Scheiß. Den Hass, die Trauer....sonst bleiben sie für immer in deinem Körper und vergiften dich.“
Für Olive bedeutet das, unangenehme Gefühle nicht länger wegzuschieben und nicht immer nur funktionieren zu müssen. Sie muss lernen, ihre Fassade fallen zu lassen und auch die Seiten an sich zu akzeptieren, die nicht perfekt sind. Dieser Weg ist nicht einfach, aber gerade deshalb konnte ich ihre Entwicklung so gut nachvollziehen.
Und dann ist da noch Casey …
Casey: ein Mann mit Herz und Schreibblockade
Casey war mir vom ersten Moment an sympathisch. Der 35-jährige Autor ist ein bisschen verpeilt, humorvoll und steckt voller Gefühl. Nicht nur, wenn es um seine Tochter geht, sondern auch im Umgang mit Olive. Besonders die Vater-Tochter-Beziehung hat mein Herz erwärmt. Sein Umgang mit seiner Teenagerin war einfach Zucker!
Nach seiner Schreibblockade scheint Lower Wilby genau der richtige Ort für einen Neuanfang zu sein. Mit der neuen Umgebung kehrt auch seine Inspiration zurück. Und während sein Weihnachtsroman langsam Gestalt annimmt, merkt er zunehmend, wie sehr Olive ihn beschäftigt. Dass seine eigenen Gefühle dabei immer stärker in sein Manuskript einfließen, sorgt für eine schöne Verbindung zwischen Geschichte und Fiktion.
**Slow Burn, der seinen Namen verdient**
Die Liebesgeschichte entwickelt sich angenehm langsam. Und ganz ehrlich: Alles andere hätte für mich auch nicht zu Olive und Casey gepasst. Hier geht es nicht darum, möglichst schnell von einem romantischen Moment zum nächsten zu springen. Es geht um Vertrauen, Nähe und darum, sich selbst und einem anderen Menschen wieder etwas zuzutrauen.
Für mich war hier tatsächlich der Weg das Ziel. Ich mochte es, die beiden auf ihrem Weg zu begleiten, und habe es genossen, wie sich ihre Beziehung Stück für Stück entwickelt. Und Holla, die Waldfee, was Olive zum Ende hin raushaut! Damit hat sie mich endgültig abgeholt. Ich liebs!
Besonders positiv ist mir außerdem aufgefallen, wie erwachsen mit den Konflikten und den angesprochenen Themen umgegangen wird. Ohne unnötige Missverständnisse, die sich durch ein einziges klärendes Gespräch aus der Welt schaffen ließen. Bei einem meiner letzten Romane hat mich genau dieser Punkt ziemlich gestört. Umso schöner fand ich es, dass Kyra Groh hier einen anderen Weg einschlägt.
Der Schreibstil: gewohnt Kyra Groh
Über Kyras Schreibstil müssen wir eigentlich gar nicht lange reden. Er ist gewohnt flüssig, modern und humorvoll. Die Dialoge machen Spaß, die Figuren wirken lebendig und auch die emotionaleren Momente kommen bei mir an, ohne dass es mir zu kitschig wird.
Die winterliche Small-Town-Atmosphäre passt wunderbar zur Geschichte und macht das Buch zu einer schönen Lektüre für gemütliche Lesestunden. Dazu kommen die romantischen und spicy Momente, die sich gut in die Entwicklung der Beziehung einfügen.
Eine Sache muss ich allerdings noch loswerden: Den viel diskutierten Zahnpasta-Kakao habe ich mir auf der Messe gespart. Da war ich dann doch zu skeptisch. Man muss schließlich nicht alles ausprobieren, nur weil es in einem Buch vorkommt. 😂
Mein Fazit
Mit *The Peppermint Hot Chocolate Dilemma* hat Kyra Groh für mich eine Geschichte geschaffen, die deutlich mehr ist als eine winterliche Romance. Es geht um Selbstschutz, Verletzlichkeit, persönliche Entwicklung und darum, dass man nicht perfekt sein muss, um liebenswert zu sein.
Olive hat mich überrascht, Casey hat mein Herz erobert und die langsame Entwicklung ihrer Beziehung hat für mich einfach gepasst. Besonders die glaubwürdige Charakterentwicklung und der erwachsene Umgang mit Konflikten haben mich überzeugt.
Eine humorvolle, gefühlvolle und winterliche Small-Town-Romance, die mich bestens unterhalten hat und bei der ich am Ende vor allem eines dachte: Olive, du hast es geschafft!
Meine Empfehlung: Für alle, die Slow Burn lieben, sich gern in winterliche Kleinstadtgeschichten entführen lassen und Romance-Figuren mögen, die nicht perfekt sein müssen, um ans Herz zu wachsen.