Vom Abschied zu einem mutigen Aufbruch für das Wohl der Familie

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gerwine ogbuagu Avatar

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Am Anfang wird eine kleine Neugeborene begraben, die Erzählerin nennt sie „Kleine Lerche“. Wir lesen welche Vorstellungen die große Schwester sich ausgemalt hatte von den Vorhaben, die sie so gern mit Kleine Lerche unternehmen wollte. Doch das Schicksal wollte es anders. Bereits während des Begräbnisses wachsen Ranken mit Blüten aus der Erde – ein Geschenk der Ahnen. Auch singt eine Nachtigall – zum Abschied.
Der kleine Bruder will mit der Schwester in die Stadt gehen und die Mutter erlaubt es. In diesem Text erfahren wir von den Gebräuchen und dem Glauben von Weis Volk. Der Schreibstil ist eindringlich und sehr berührend angesichts der relativen Armut in der die Familie lebt. Die Überraschung kommt: der Prinz Isan – Sohn des herrschenden Kaisers betritt die Stadt in einem Festzug. Das Bild der Ranken, die aus dem Sarg Yunques, der kleinen Neugeborenen, wachsen, wiederholt sich hier - aus den Straßen wachsen blühende Ranken, Büsche und Bäume um den Weg für Prinz Isan zu ebnen. Wir erfahren, dass Prinz Terren eine Gemahlin sucht und nächste Woche sollen die Kandidatinnen sich einfinden, auf dem Platz, auf dem alle jetzt stehen.
Dieser märchenhafte Roman verspricht wundersame Überraschungen, die auf die Leser warten. Wir werden tief eintauchen in die Gebräuche des alten Chinas und uns verzaubern lassen. Wir erleben die Aufregung der Mutter und des Dorfes, weil Wei sich vorstellen will. Eine großartige spannende Geschichte wartet auf uns Leser. Sogar die Literomantie wird uns vorgestellt. Eine Zukunft für Wei, die – in Weis eigenen Worten – so süß ist wie der der Pfirsichsaft auf ihrer Zunge. Es ist spannend zu lesen, wie Wei sich einfügt am Kaiserhof mit all den mit ihr wartenden Mädchen, die auf die Auswahl hin fiebern.
Noch ein Wort zum Titelbild: Die flatternden Bänder weisen auf die Schriftfertigkeit hin, um die es in der Literomantie gehen wird. Es handelt sich um eine Ballade von Liebe und Tod - hohe Dichtkunst wartet auf uns.