Die Entwicklung von Wei

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gärtnerin Avatar

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"The Poet Empress" von Shen Tao ist eine Fantasy-Geschichte in einem asiatischen Setting. Ich würde es nicht als Jugendbuch einordnen und auch nicht als Romantasy, zum Glück, obwohl das Buch von außen fast so aussieht.
Yin Wei lebt auf dem Dorf und ist bitterarm, so wie das komplette Dorf, im Land herrschte eine Hungersnot und auch ihre Familie musste schon geliebte Menschen verabschieden deshalb.
Als der Kaiserhof, der Azaleenpalast, also Konkubinen sucht für den neuen Thronfolger Prinz Terren, verlässt Wei ihre Familie, um ihr zu helfen, obwohl der Prinz als grausam und böse bekannt ist.
Am Hof geht es um Intrigen, politische Machtspiele, Heuchelei und Lügen. Mit allem davon ist Wei nicht vertraut, sie scheint wenig Chancen zum überleben zu haben.
Erzählt wird diese Geschichte aus der Sicht von Wei, wobei immer wieder mal Rückblenden über die einzelnen Prinzen eingeblendet werden, die sie aus Gesprächen erfährt.
Das Buch ist sehr gut geschrieben, teils mit klaren, harten Worten, teils auch poetisch. Es ist von Beginn an eine Spannung vorhanden.
Mir hätte noch mehr Hintergrundwissen zu den politischen Konstellationen im Land gut gefallen, es gibt da aber schon einiges an Information.
Es gibt hier Gewalt, nicht mehr als notwendig und auch nur, um Inhalt zu verdeutlichen und die Entwicklung von Terren und Wei nachvollziehen zu können, um den Hass zu verstehen.
Das war auch am eindrucksvollsten, was Wei hier für eine Entwicklung durchmacht, um letztendlich zu ihrer Ballade von Liebe und Tod zu gelangen. Sehr lesenswert!