Ein Fantasy-Debüt, das nachhallt

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svettusch Avatar

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"The Poet Empress" ist das mehr als beeindruckende Debüt der Autorin Shen Tao, dass die Geschichte von Yin Wei erzählt, einer Bauerntochter, die nichts unversucht lässt, um ihr Schicksal und vor allem das ihrer Familie umzuschreiben. In einer Welt, in der Frauen nicht einmal Lesen und Schreiben lernen, ist ihr einziges Los das einer Konkubine. Wei schafft es bis an den königlichen Hof und wird von Prinz Terren auserwählt, seine zukünftige Braut zu werden - doch dieser Titel geht mit Quälereien einher.

Der Erzählstil von Shen Tao ist sehr direkt und ohne große Ausschweifungen, was meiner Meinung nach perfekt zu diesem Buch gepasst hat. Ich glaube, mit einer blumigeren Art und Weise hätte ich dieses Buch nicht lesen können, da die Inhalte zu roh und brutal sind. Was Wei hier passiert (und viele weiteren Charakteren) ist meist nicht leicht zu lesen. Die Autorin schafft es dennoch in einem unfassbaren Balanceakt, dass sich alle Begebenheiten natürlich und ausgeglichen anfühlen, alle Entscheidungen mehr als nur menschlich und gleichzeitig höchst emotional.

Wei muss ein Herzseelengedicht schreiben, dies ist ihre einzige Möglichkeit, um Prinz Terren zu stürzen. Dabei muss sie tief in seine Vergangenheit dringen, um herauszufinden, warum er zu dem Monster geworden ist, das er jetzt ist. Seine Geschichte ist unglaublich traurig, wie nicht anders zu erwarten - und gleichzeitig gespickt mit vielen spannenden Entwicklungen, die ich selten habe hervorsehen können.

Wei wirkt bei ihren Entscheidungen nie übermenschlich, auch wenn sie schrecklich viel erdulden muss. Bis zum Schluss war sie eine starke Portaonistin, nahbar und wild entschlossen.

Alles in allem war dieses Buch ein kleines Highlight, das sich definitiv in mein Herz geschlichen hat und von dem ich mir wünsche, dass es viele Menschen lesen werden.