Eine eindrucksvolle und intensive Geschichte

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selena_riddle Avatar

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“Don’t judge a book by its cover” heißt es ja so schön, gleichzeitig isst das Auge aber bekanntlich mit. So oder so bin ich mit diesem Buch voll auf meine Kosten gekommen 😊 Hier ist nicht nur das Cover ein Eyecatcher, auch der Farbschnitt und der Einband unter dem Schutzumschlag sind wunderschön. Die gelungene Gestaltung hat mir gleich das richtige Feeling vermittelt, um in diese epische und insbesondere düstere asiatische Fantasy-Geschichte einzutauchen.

Die Geschichte lebt durch den besonderen Schreibstil, welcher mich direkt in die Geschichte gezogen und nicht mehr losgelassen hat. Er ist sehr bildhaft und einnehmend, weswegen es mir schwerfiel, das Buch aus der Hand zu legen. Tendenziell überwiegt der „tell“ gegenüber dem „show“-Anteil, das ist aber keinesfalls negativ, da es hervorragend passte und sich stimmig anfühlte.

Wer auf der Suche nach einer romantischen Lovestory ist, ist mit diesem Buch nicht gut beraten. Mir hat es sehr gut gefallen, dass keine Romanze im Mittelpunkt steht. In dieser Welt, wo es Frauen und Mädchen verboten ist, Lesen und Schreiben zu lernen, hätte sich eine rosarote Liebesgeschichte nicht stimmig eingefügt. Dafür ist die Geschichte zu düster und viele Ereignisse zu brutal. Sowohl die Protagonistin Wei als auch andere Charaktere erfahren hier Dinge, die nicht gerade leicht zu lesen sind. Gleichzeitig besteht eine Balance, in welcher die schlimmen Momente nicht überhandnehmen und von hoffnungsvollen Lichtblicken durchbrochen werden.

Die Geschichte lebt durch die starken Charaktere, die herausstechen und hängen bleiben. Wei mochte ich von Anfang an sehr gerne. Sie ist unglaublich stark und selbstlos und nimmt schlimmes auf sich, um sowohl ihre Familie als auch ihr Dorf zu retten und vor dem schleichenden Hungertod zu bewahren. Sie schafft es nicht nur bis an den kaiserlichen Hof, Wei findet sich wider aller Erwartungen plötzlich in einer sehr hohen Position wieder und muss sich auf einmal ganz anderen Widrigkeiten stellen. Intrigen, Machtspiele und Allianzen sowie politische Ränke und Machenschaften bestimmen von jetzt auf gleich ihr Leben, wovon sie keine Ahnung hat, aber alles mit offenen Augen und Ohren verfolgt und kennenlernt. Es gab viele spannende Wendungen und Ereignisse, die ich nicht habe kommen sehen.

Fazit:
„The Poet Empress“ ist eine intensive Geschichte, die nachhallt und über welche ich oft nachdenken musste. Düster und grausam, mit starken, einprägsamen Charakteren, einem atmosphärischen Setting und spannendem Magiesystem kommt die Geschichte auch ohne Lovestory aus. Ich empfehle es gerne weiter, allerdings ist es in meinen Augen kein Jugendbuch.