Tiefgründige, facettenreichte Fantasygeschichte

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hapedah Avatar

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In den ländlichen Regionen des Reiches Tensha herrscht eine schreckliche Hungersnot. Als Abgesandte aus dem kaiserlichen Palast nach Konkubinen für den Kronprinzen Terren suchen, sieht Yin Wei darin eine Chance, ihrer Familie und der gesamten Dorfgemeinschaft zu helfen. Obwohl im ganzen Land Schauergeschichten über Terrens Grausamkeit verbreitet werden, ist die Konkurrenz groß, auch nach dem Einzug in den Azaleenpalast kämpfen die auserwählten Frauen mit Intrigen und Mordanschlägen um die beste Position an der Seite des Prinzen. Nachdem er Yin Wei als seine zukünftige Kaiserin auserkoren hat, ruft er sie Nacht für Nacht zu sich, um ihr unbeschreibliche Folterqualen zu bereiten und ihr wird klar, dass sie um jeden Preis verhindern will, dass Terren einmal das Land regiert. Allerdings besitzt er den Segen der Unsterblichkeit, um ihn zu töten, muss Wei ein Herzseelengedicht schreiben, das nur gelingen kann, wenn sie lernt, den grausamen Mann an ihrer Seite zu lieben.

"The Poet Empress" von Shen Tao ist eine mitreißende Fantasygeschichte, deren besonderer Zauber in der Vielzahl ihrer Facetten liegt. Mich hat der Roman unerwartet schnell gefesselt, so farbenprächtig wie die äußere Gestaltung des Buches ist, entfaltete sich auch die Handlung. Die Magie, von der die fantasievoll erdachte Welt durchzogen ist, ließ vor meinem geistigen Auge wunderschöne Bilder entstehen, sowohl die Figuren, als auch der Hintergrund waren ausführlich beschrieben; ich war emotional so tief versunken, dass ich beinahe glaubte, den Blütenduft im opulent ausgestatteten Palast zu riechen. Im Kontrast dazu stand die ebenso deutlich dargestellte Gewalt, die im Haus der Azaleen an der Tagesordnung war - wer in dieser Hinsicht Trigger befürchtet, sollte besser die Finger von dem Buch lassen.

Den Schreibstil habe ich unfassbar eindringlich empfunden, diese Geschichte hat mich bezaubert, bewegt, unterhalten, erschüttert und wird mich so bald nicht wieder los lassen. Es geht um ein Reich, in dem sich die magische Schönheit der Umgebung mit der Grausamkeit der Herrscherfamilie die Waage hält - wie in der realen Vergangenheit bezahlt das Volk mit Armut und Hungersnot für den Überfluss, in dem die höher gestellte Gesellschaftsschicht lebt. Es geht um Macht, die korrumpiert, um zwei Brüder, die sich aus tiefstem Herzen hassen, obwohl sie in ihrer Kindheit enge Freunde waren und man möchte weinen um die Jungen, die sie einst gewesen sind.

Yin Mei war mit sympathisch, selbst als sie sich für ihr eigenes Überleben an die Gepflogenheiten im Palast anpasst und ebenfalls Intrigen spinnt, habe ich dennoch weiterhin mit ihr gehofft und gebangt. Trotz aller beschriebenen Brutalität hat für mich die Farbenpracht des Romans überwogen, neben Gewaltdarstellungen gab es jede Menge magischer Schönheit, alleine die Beschreibung der Flora und Fauna hat mich sehr bezaubert, so dass ich einige wirklich wunderbare Lesestunden hatte. Das Ende fühlte sich für mich rund an, ich bin nach der letzten Seite restlos zufrieden zurück geblieben und spreche für dieses Feuerwerk an Magie und Fantasie eine begeisterte Leseempfehlung aus.

Fazit: Dieses Buch hat unendlich viele Facetten, magische Schönheit und ebenso deutlich beschriebenen Grausamkeit kommen in dem tiefgründigen Lesevergnügen gleichermaßen vor. Mich hat die Geschichte regelrecht bezaubert, so dass ich den Roman gern weiter empfehle.