Düstere Romantasy mit reichlich Spice

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gletscherwoelfchen Avatar

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"The Poison Daughter" ist ein Einzelband mit düsterer Romantasy und reichlich Spice - wobei letzteres aber definitiv nicht das einzige Argument für diese Geschichte ist. Gerade das fand ich angenehm, denn hinter den romantischen und körperlichen Aspekten steckt eine deutlich umfangreichere Fantasyhandlung, die mit ihrer düsteren Grundstimmung und einigen interessanten Ideen überzeugen konnte.

Besonders spannend fand ich das Magiesystem. Dieses wirkt nicht wie ein bloßes Mittel, um die Handlung voranzutreiben, sondern besitzt eigene Regeln und Zusammenhänge, die sich im Laufe der Geschichte immer weiter erschließen. Gerade die Verbindung zur Gift-Thematik empfand ich als originell und passend zur insgesamt eher finsteren Atmosphäre. Ich mochte, dass nicht sofort alles erklärt wird, sondern man sich gemeinsam mit der Protagonistin immer weiter in diese Welt hineinfindet.

Auch der Schreibstil hat für mich gut zur Geschichte gepasst. Sheila Masterson schreibt sehr bildhaft und schafft dadurch eine teilweise fast schon greifbare Atmosphäre. Gerade die düsteren und magischen Szenen konnten dadurch ihre Wirkung entfalten. Gleichzeitig ist der Stil stellenweise recht verschachtelt, weshalb ich mich an einigen Stellen etwas stärker konzentrieren musste.

Inhaltlich mochte ich vor allem, dass "The Poison Daughter" nicht bei einer klassischen Romance stehen bleibt. Die Geschichte hat eine eigene Dynamik, Geheimnisse und Konflikte, die unabhängig von der Liebesgeschichte funktionieren. Die düstere Fantasy nimmt einen wichtigen Platz ein und sorgt dafür, dass man sich immer wieder fragt, welchen Figuren und Informationen man eigentlich vertrauen kann. Dadurch entsteht eine angenehme Spannung, die mich trotz einiger ruhigerer Abschnitte immer wieder zurück in die Geschichte gezogen hat.

Ein paar Längen gab es für mich allerdings durchaus. Vor allem zwischendurch hatte ich das Gefühl, dass die Handlung etwas auf der Stelle tritt und einzelne Entwicklungen mehr Raum bekommen, als unbedingt notwendig gewesen wäre. Angesichts der ansonsten spannenden Grundidee fand ich das etwas schade. Gerade weil das Magiesystem und die Welt so viel Potenzial besitzen, hätte ich mir an diesen Stellen etwas mehr Tempo gewünscht.

Insgesamt ist "The Poison Daughter" für mich eine atmosphärische und angenehm düstere Fantasygeschichte, die deutlich mehr zu bieten hat als nur Spice. Gerade das originelle Magiesystem, der bildhafte Schreibstil und die teilweise tiefgründige Handlung sind mir positiv im Gedächtnis geblieben. Wer Lust auf einen soliden, düsteren Romantasy-Einzelband hat, sollte sich dieses Buch näher ansehen.
4,5/5 Sterne