Super Plot, tolles Setting, viel ungenutztes Potenzial

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haruka Avatar

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Eine Protagonistin, die mit einem Kuss töten kann? Die Idee fand ich spannend. Auch wenn ich einiges zu kritisieren habe, mochte ich die Geschichte, das Setting und die Figuren und habe das Buch insgesamt gerne gelesen.
Harlow war mir von Anfang an sympathisch. Sie ist selbstbewusst und nicht auf den Mund gefallen. Anfangs fand ich es toll, dass die Protagonisten in ihren Dreissigern sind. Endlich mal etwas ältere Hauptfiguren in einem Fantasyroman! Doch recht bald habe ich realisiert, dass man die beiden auch problemlos auf Mitte 20 schätzen könnte. So viel erwachsener wirkten sie auf mich dann doch nicht.
Mein heimlicher Liebling war Kellan. Sehr schade, dass er nicht öfter vorkam. Neben ihm gab es auch andere Figuren, die ich gemocht habe.
Die Beziehung zwischen der Protagonisten habe ich gerne verfolgt. Und die spicy Szenen geben definitiv etwas her. Allerdings nimmt dieser Teil sehr viel Raum ein. Ich mag guten Spice, aber ich wünsche mir bei einer Romantasy eben auch eine packende Fantasyhandlung.
Es gibt viele politische Intrigen und Gespräche, aber vergleichsweise wenig Action oder Situationen, in denen ich wirklich um die Figuren gebangt habe. Gelangweilt habe ich mich zwar nicht, trotzdem dachte ich öfter: Jetzt dürfte gerne mal etwas mehr passieren. Die offenen Fragen haben mich neugierig gehalten, aber die Handlung hätte deutlich spannender erzählt werden können.
Auch das Worldbuilding blieb hinter seinen Möglichkeiten zurück. Gottheiten, magische Fähigkeiten und Auren: Da steckt so viel Potenzial drin! Ich hätte die Magie gerne häufiger in Aktion erlebt und mir genauer vorstellen können, wie sie aussieht und funktioniert. Die kleinen Zeichnungen vor den wechselnden Perspektiven fand ich dagegen schön. Solche Details machen mich neugierig und laden zum Miträtseln ein.
Was mich zudem gestört hat, waren die vielen Rechtschreibfehler und Wiederholungen. Manche Informationen werden in kurzen Abständen mehrfach erklärt, und auch einige Dialoge drehen sich gefühlt im Kreis. Da hätte man einiges streichen können.
Im letzten Drittel passiert dann plötzlich sehr viel. Es gibt überraschende Wendungen und endlich das Tempo, das ich mir vorher gewünscht habe. Der Abschluss war übereilt, und einige Fragen blieben offen.
Auch emotional habe ich mir mehr gewünscht. Manche Momente haben eigentlich alles, um wunderschön und berührend zu sein, wurden aber zu nüchtern erzählt.
Mein Fazit: Eigentlich ein sehr tolles Buch. Mit weniger Wiederholungen, mehr gelebter Magie und einer ausgewogeneren Verteilung der Handlung hätte es mich noch viel mehr begeistern können.