Zwischen Potenzial und zu viel Spice
In Poison Daughter geht es um Harlow, die eine magische Göttergabe hat: ihr Kuss ist tötlich. Während sowohl ihre eigene als auch eine weitere mächtige Familie ihre ganz eigenen Pläne und Intrigen spinnen, soll Harlow in die andere Familie einheiraten. Doch ausgerechnet ihr neuer Verlobter Henry ist immun gegen ihr Gift. Was als arrangierte Ehe beginnt, entwickelt sich schnell zu einem Spiel aus Geheimnissen, Macht und Intrigen, bei dem nichts so zu sein scheint, wie es zunächst wirkt. Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus Harlows und Henrys Perspektive.
The Poison Daughter hatte für mich eine wirklich interessante Ausgangsidee, bei der ich direkt neugierig geworden bin. Harlow ist eine erwachsene Protagonistin, die einen starken Willen hat, für ihre Freiheit kämpft und zudem eine interessante Hintergrundgeschichte mitbringt. Gerade das hat mir an ihr gut gefallen. Gleichzeitig war ich mit ihr aber auch häufig zwiegespalten. Einerseits wird sie als sehr unabhängig und kämpferisch dargestellt, andererseits unterwirft sie sich in bestimmten Situationen, was für mich nicht immer zu dem Bild gepasst hat, das zuvor von ihr vermittelt wurde.
Generell hatte Harlow für mich unglaublich viel Potenzial. Ihre Vergangenheit und die Dinge, die sie erlebt hat, hätten meiner Meinung nach eine viel emotionalere Geschichte ermöglicht. Ich hätte mir hier deutlich mehr Einblick in ihre Gedanken und ihre innere Zerrissenheit gewünscht. Vieles wurde für mich eher angerissen, anstatt wirklich in die Tiefe zu gehen. Dadurch konnte ich manche ihrer Handlungen und Entscheidungen nicht immer nachvollziehen.
Auch Henry ist mir als Charakter leider nicht wirklich nahbar geworden. Zwar ist zwischen ihm und Harlow von Anfang an eine gewisse Spannung vorhanden, aber gerade die emotionale Verbindung zwischen den beiden hat mir gefehlt. Bei den Charakteren allgemein blieb ich deshalb eher auf Distanz. Mir fehlte häufig das Verständnis dafür, warum sie bestimmte Dinge tun oder was emotional tatsächlich in ihnen vorgeht.
Mein größter Kritikpunkt war allerdings der Spice. Die Szenen waren für meinen Geschmack sehr häufig und haben die eigentliche Handlung immer wieder in den Hintergrund gedrängt. Vieles drehte sich um körperliche Anziehung, Dominanz und Unterwerfung, wodurch die Geschichte für mich stellenweise sehr oberflächlich wirkte. Dazu kam, dass sich die entsprechenden Szenen irgendwann sehr repetitiv angefühlt haben.
Besonders bei Harlow konnte ich das teilweise überhaupt nicht mit ihrer Hintergrundgeschichte in Einklang bringen. Gerade aufgrund ihrer Vergangenheit wirkten manche Situationen für mich nicht authentisch und ich konnte ihr Verhalten an diesen Stellen nicht wirklich nachvollziehen.
Auch die Beziehung zwischen Harlow und Henry empfand ich überwiegend als sehr körperlich. Die körperliche Anziehung war definitiv vorhanden, aber der Aufbau einer emotionalen Bindung kam für mich viel zu kurz. Erst gegen Ende hatte ich das Gefühl, dass sich in dieser Hinsicht langsam etwas entwickelt. Dadurch hat mir leider genau die emotionale Tiefe gefehlt, die ich mir für die beiden gewünscht hätte.
Die eigentliche Handlung empfand ich als durchaus spannend. Die Geschichte hat interessante Ansätze und grundsätzlich einiges an Potenzial. Allerdings wurde die Handlung für mich immer wieder vom Spice überlagert. Außerdem hatte ich stellenweise das Gefühl, dass sich bestimmte Inhalte wiederholen und die Geschichte dadurch unnötig in die Länge gezogen wird. Meiner Meinung nach hätte man das Buch gut um etwa 30 % kürzen können, ohne dass dabei etwas Wesentliches verloren gegangen wäre.
Auch das Worldbuilding konnte mich leider nicht vollständig überzeugen. Es gab interessante Ideen, aber für mich blieb vieles eher oberflächlich und ich hätte mir an einigen Stellen mehr Ausarbeitung gewünscht.
Und dann wäre da noch der Bonus-Epilog, der für mich wirklich den Vogel abgeschossen hat. Den fand ich ehrlich gesagt eher makaber und hätte ihn nicht gebraucht.
Insgesamt bin ich deshalb ziemlich zwiegespalten. Ich mochte die Grundidee und fand es schön, endlich einmal eine erwachsene Protagonistin mit einer interessanten Hintergrundgeschichte und einem starken Willen zu haben. Auch die Handlung selbst hatte für mich durchaus spannende Elemente. Gleichzeitig wurde für mich aber viel Potenzial verschenkt, weil die emotionale Ebene der Charaktere und der Beziehung zu kurz kam und der sehr hohe Spice-Anteil die eigentliche Geschichte häufig überlagert hat.
The Poison Daughter hatte für mich eine wirklich interessante Ausgangsidee, bei der ich direkt neugierig geworden bin. Harlow ist eine erwachsene Protagonistin, die einen starken Willen hat, für ihre Freiheit kämpft und zudem eine interessante Hintergrundgeschichte mitbringt. Gerade das hat mir an ihr gut gefallen. Gleichzeitig war ich mit ihr aber auch häufig zwiegespalten. Einerseits wird sie als sehr unabhängig und kämpferisch dargestellt, andererseits unterwirft sie sich in bestimmten Situationen, was für mich nicht immer zu dem Bild gepasst hat, das zuvor von ihr vermittelt wurde.
Generell hatte Harlow für mich unglaublich viel Potenzial. Ihre Vergangenheit und die Dinge, die sie erlebt hat, hätten meiner Meinung nach eine viel emotionalere Geschichte ermöglicht. Ich hätte mir hier deutlich mehr Einblick in ihre Gedanken und ihre innere Zerrissenheit gewünscht. Vieles wurde für mich eher angerissen, anstatt wirklich in die Tiefe zu gehen. Dadurch konnte ich manche ihrer Handlungen und Entscheidungen nicht immer nachvollziehen.
Auch Henry ist mir als Charakter leider nicht wirklich nahbar geworden. Zwar ist zwischen ihm und Harlow von Anfang an eine gewisse Spannung vorhanden, aber gerade die emotionale Verbindung zwischen den beiden hat mir gefehlt. Bei den Charakteren allgemein blieb ich deshalb eher auf Distanz. Mir fehlte häufig das Verständnis dafür, warum sie bestimmte Dinge tun oder was emotional tatsächlich in ihnen vorgeht.
Mein größter Kritikpunkt war allerdings der Spice. Die Szenen waren für meinen Geschmack sehr häufig und haben die eigentliche Handlung immer wieder in den Hintergrund gedrängt. Vieles drehte sich um körperliche Anziehung, Dominanz und Unterwerfung, wodurch die Geschichte für mich stellenweise sehr oberflächlich wirkte. Dazu kam, dass sich die entsprechenden Szenen irgendwann sehr repetitiv angefühlt haben.
Besonders bei Harlow konnte ich das teilweise überhaupt nicht mit ihrer Hintergrundgeschichte in Einklang bringen. Gerade aufgrund ihrer Vergangenheit wirkten manche Situationen für mich nicht authentisch und ich konnte ihr Verhalten an diesen Stellen nicht wirklich nachvollziehen.
Auch die Beziehung zwischen Harlow und Henry empfand ich überwiegend als sehr körperlich. Die körperliche Anziehung war definitiv vorhanden, aber der Aufbau einer emotionalen Bindung kam für mich viel zu kurz. Erst gegen Ende hatte ich das Gefühl, dass sich in dieser Hinsicht langsam etwas entwickelt. Dadurch hat mir leider genau die emotionale Tiefe gefehlt, die ich mir für die beiden gewünscht hätte.
Die eigentliche Handlung empfand ich als durchaus spannend. Die Geschichte hat interessante Ansätze und grundsätzlich einiges an Potenzial. Allerdings wurde die Handlung für mich immer wieder vom Spice überlagert. Außerdem hatte ich stellenweise das Gefühl, dass sich bestimmte Inhalte wiederholen und die Geschichte dadurch unnötig in die Länge gezogen wird. Meiner Meinung nach hätte man das Buch gut um etwa 30 % kürzen können, ohne dass dabei etwas Wesentliches verloren gegangen wäre.
Auch das Worldbuilding konnte mich leider nicht vollständig überzeugen. Es gab interessante Ideen, aber für mich blieb vieles eher oberflächlich und ich hätte mir an einigen Stellen mehr Ausarbeitung gewünscht.
Und dann wäre da noch der Bonus-Epilog, der für mich wirklich den Vogel abgeschossen hat. Den fand ich ehrlich gesagt eher makaber und hätte ihn nicht gebraucht.
Insgesamt bin ich deshalb ziemlich zwiegespalten. Ich mochte die Grundidee und fand es schön, endlich einmal eine erwachsene Protagonistin mit einer interessanten Hintergrundgeschichte und einem starken Willen zu haben. Auch die Handlung selbst hatte für mich durchaus spannende Elemente. Gleichzeitig wurde für mich aber viel Potenzial verschenkt, weil die emotionale Ebene der Charaktere und der Beziehung zu kurz kam und der sehr hohe Spice-Anteil die eigentliche Geschichte häufig überlagert hat.