Herbstliche Atmosphäre, schwierige Charaktere

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lili-marie Avatar

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Die Bücher von Kyra Groh lese ich sehr gerne, daher war ich besonders gespannt auf dieses Buch mit seinem herbstlichen Setting und den Gilmore-Girls-Vibes. Die Story an sich hat mir wirklich gut gefallen, allerdings hatte ich so meine Schwierigkeiten mit den Charakteren.

Jude hält es nie lange an einem Ort aus und kehrt nur widerwillig in ihren Heimatort zurück. Dort trifft sie auf den neu zugezogenen James. Jude wirkt sehr rastlos, aufgedreht und voller Energie — für meinen Geschmack etwas zu viel. Ein wenig mehr Ruhe hätte ihr gutgetan. Besonders ihre aufdringliche Art James gegenüber hat mich abgeschreckt. Es war stellenweise unangenehm zu lesen, wie sie mit ihm umgeht, nur um mehr Informationen über seine Eltern zu bekommen, auch wenn sie damit vielleicht versucht hat, ihre aufkeimenden Gefühle zu überspielen.

James war mir grundsätzlich sympathischer, allerdings verhielt er sich teilweise wie ein Teenager und deutete gefühlt jedes Wort zweideutig. Er wirkte permanent notgeil, was für mich einfach zu übertrieben war. Auch die Erklärung dafür, warum er sich so verhält und ständig an versaute Dinge denkt, fand ich flach und wenig überzeugend.

Das Setting hingegen hat mir unheimlich gut gefallen — es hatte wirklich diese gemütlichen Gilmore-Girls-Vibes. Die Einwohner der Kleinstadt waren mir sehr sympathisch, aber Jude’s Schwester hätte ich am liebsten an den Schultern gepackt und gefragt, ob sie das wirklich ernst meint. Auf ihre Geschichte bin ich daher besonders gespannt.

Alles in allem hat mir die Geschichte gut gefallen, auch wenn ich mit den Charakteren nicht ganz warm geworden bin. An einigen Stellen wirkte die Story etwas langatmig, aber das hat mich insgesamt nicht allzu sehr gestört.