Eine magische Welt in japanisch angelehntem Setting

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wordfflow Avatar

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The Rainshadow Orphans ist der Auftakt einer Fantasy-Trilogie von Naomi Ishiguro und spielt in einem japanisch angelehnten Setting. Durch verschiedene Erzählperspektiven lernen wir die Welt, ihre Magie und die gesellschaftlichen Strukturen und Konflikte kennen.
Der Roman ist technisch unfassbar gut erzählt. Das Worldbuilding ist komplex, aber leicht verständlich. Die Charaktere sind dabei individuell und vielschichtig ausgearbeitet und der Schreibstil flüssig zu lesen. Ich konnte mir die Welt sehr gut bildlich vor meinem inneren Auge vorstellen.

Das Magiesystem finde ich sehr besonders und irgendwie poetisch, auch wenn es noch zurückhaltender beginnt und wir zusammen mit den Charakteren langsam daran herangeführt werden. Auch hier würde ich sagen, dass es von Teilen der japanischen Mythologie inspiriert wurde.
Einer meiner liebsten Charaktere beispielsweise ist ein Drache, dessen Geschichte und die Interaktion mit den Menschen mich sehr berührt hat. Aber auch einige andere Charaktere wie beispielsweise die Katze Mochi, den Prinzen Haru und die Rebellin Toshiko konnte ich schnell in mein Herz schließen. Jede Person ist einzigartig und lebendig ausgearbeitet, zum Teil undurchschaubar und selbst unbedeutenderere Nebencharaktere bekommen eine Geschichte und Tiefe.
Besonders hat mir auch die Verflechtung der Erzählstränge und die daraus entstehenden Dynamiken zwischen den Charakteren gefallen. Die Übergänge waren dadurch sehr flüssig und jede Szene wirkte spannend und wichtig. So wurde die Geschichte trotz zum Teil langsamerem Erzähltempo nie langweilig.

Der Schluss war für mich teils emotional, sodass ich mir sogar ein paar Tränen verdrücken musste, andererseits aber auch absehbar, wodurch der Schockmoment für mich am Ende ausblieb. Trotzdem habe ich den starken Drang zu erfahren, wie die Geschichte weitergeht.
Insgesamt habe ich an der Geschichte rational nichts auszusetzen, mir hat letztendlich ein kleiner Funke mehr Begeisterung gefehlt, sodass das Buch mit 4,5 Sternen eine eindeutige Leseempfehlung bekommt, für mich aber ganz knapp nicht zu einem Highlight gereicht hat.