Eine tolle Welt
The Rainshadow Orphans hat mich vor allem mit seiner Atmosphäre überrascht. Naomi Ishiguro erschafft eine Welt, die sich gleichzeitig vertraut und völlig einzigartig anfühlt: eine Mischung aus japanischer Folklore, magischen Wesen, Drachen, futuristischen Elementen und gesellschaftskritischen Themen wie Armut, Korruption und Ungerechtigkeit. Diese ungewöhnliche Kombination hätte auf dem Papier vielleicht chaotisch wirken können, funktioniert für mich im Roman aber erstaunlich gut. Besonders gefallen hat mir die Vielfalt der Figuren. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt, wodurch man die unterschiedlichen Seiten von Rainshadow City kennenlernt. Vor allem die Dynamik der gefundenen Familie rund um Toshiko, Jun und Mei hat mein Herz berührt. Gleichzeitig fand ich Haru und Theo ebenfalls spannend, weil sie mit ihren eigenen Konflikten und Loyalitäten kämpfen. Dadurch wirkte die Geschichte lebendig und vielschichtig. Der Schreibstil hat etwas Märchenhaftes und Bildgewaltiges, ohne dabei an Spannung zu verlieren. manchen Stellen hätte die Geschichte für meinen Geschmack etwas straffer sein dürfen, da sehr viele Handlungsstränge und Figuren eingeführt werden. Trotzdem hat mich die Welt so sehr fasziniert, dass ich unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht.