Fantasievolle Mischung aus Hightech und japanischer Mythologie

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The Rainshadow Orphans von Naomi Ishiguro ist der Auftakt einer Fantasy-Trilogie, deren Bände unabhängig voneinander gelesen werden können. Dabei erwartet die Leserinnen und Leser eine außergewöhnliche Welt, die futuristische Technologie mit japanischer Mythologie verbindet.
Bereits die erste Szene startet actionreich und wirft uns direkt in das Leben von Toshiko und ihren beiden Wahlgeschwistern Jun und Mei. In Rainshadow City herrschen außerhalb des prunkvollen Kaiserpalasts Armut und Ungerechtigkeit, während die kriminelle Untergrundorganisation Lucky Crows Angst und Schrecken verbreitet. Als Toshiko dem Anführer der Organisation eine geheimnisvolle Drachenperle stiehlt, werden Ereignisse ausgelöst, die das Schicksal zahlreicher Menschen und letztlich der gesamten Stadt verändern könnten.
Besonders gelungen fand ich den Weltenaufbau. Naomi Ishiguro erschafft mit Rainshadow eine faszinierende Metropole voller technischer Innovationen, die gleichzeitig tief in japanischer Mythologie verwurzelt ist. Ihre Ideen wirken außergewöhnlich kreativ und originell. Die vielen bildhaften Beschreibungen und Metaphern verleihen der Geschichte eine ganz besondere Atmosphäre.
Der Schreibstil ist ruhig, anschaulich und detailreich. Die Autorin nimmt sich Zeit, damit die Lesenden vollständig in die Welt eintauchen können. Dadurch entstehen vor allem im ersten Drittel einige Längen, die das Lesetempo etwas bremsen. Mit fortschreitender Handlung verliert sich dieser Eindruck jedoch zunehmend, da die verschiedenen Handlungsstränge immer stärker miteinander verknüpft werden.
Erzählt wird aus mehreren Perspektiven, wobei Toshiko im Mittelpunkt steht. Die wechselnden Sichtweisen ermöglichen tiefe Einblicke in die Figuren und ihre Beweggründe. Besonders gelungen fand ich, wie geschickt die einzelnen Schicksale nach und nach zusammengeführt werden.
Mein persönlicher Lieblingscharakter war Haru, der zehnjährige Sohn der Kaiserin. Obwohl er noch ein Kind ist, besitzt er ein großes Herz und sorgt immer wieder für berührende Momente. Generell lebt die Geschichte stark vom Found-Family-Gedanken, der sehr glaubwürdig und emotional umgesetzt wurde.
Erwähnenswert ist außerdem die gelungene Übersetzung, die den atmosphärischen Stil der Autorin hervorragend transportiert.
Insgesamt ist The Rainshadow Orphans eine farbenprächtige, fantasievolle und spicefreie Fantasy-Geschichte, die mit ihrer einzigartigen Verbindung aus moderner Technologie, japanischer Mythologie und starken Charakteren überzeugt. Trotz kleinerer Längen zu Beginn hat mich das Buch begeistert und neugierig auf weitere Geschichten aus dieser Welt gemacht.
⭐ 4,5 von 5 Sternen.