Future-Technologie kombiniert mit alter Magie

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la tina Avatar

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Willkommen in Rainshadow City, der Hauptstadt des Rainshadow-Archipels. Aus der einstigen Insel der Holzwirtschaft und Fischerei erwuchs dank besonderer Mineralvorkommen ein technologischer Spitzenreiter, der Seinesgleichen sucht. Und die Kaiserin plant bereits den nächsten technologischen Meilenstein in der Geschichte des Fortschritts. Flüchtlinge sind übrigens unerwünscht.
Gemeinsam mit der Autorin Naomi Ishiguro begleitet man eine handvoll junger Leute verschiedener Herkunft für zwei Tage auf dieser Insel. Und diese kurze Zeit hat es in sich. Die 17-jährige Toshiko und ihre beiden älteren Ziehgeschwister haben sich aus dem Armenviertel, in welches Flüchtlinge abgeschoben werden, illegal in die Stadt durchgekämpft und versuchen gerade, in das Palastgelände der Kaiserin vorzudringen. Immer im Hinterkopf, den einstigen Mörder ihrer Adoptivmutter aufzuspüren, ein Mitglied der Lucky Crows, der rein zufällig beim heutigen Palastfest vor Ort ist. Durch einen Zufall kann Toshiko ihm eine Perle entwenden, ohne zu ahnen, welche Geschehnisse sie damit in Gang setzt. Ebenfalls auf dem Fest anwesend ist Haru, der 10-jährige Sohn der Kaiserin, der in Kürze eine ungewöhnliche Begabung an sich bemerken wird. Zuletzt kommt Theo hinzu, ein Flüchtling, der von der Anführerin der mächtigen Lucky Crows einen ganz besonderen Auftrag bekommen wird.

Haru spürte die Aufmerksamkeit des Drachen auf sich ruhen wie ein Lichtkegel, der aus dem Himmel herabfiel. (Zitat)

Der Roman ist der erste Teil einer angekündigten Trilogie. Auf angenehm kreative Weise verknüpft die Autorin Zukunftstechnologien mit alter Magie, lässt Bots und Drachen mitspielen und die Gefolge zweier mächtiger Herrscherinnen gegeneinander antreten. Das Magiesystem ist hierbei leicht verständlich.
Generell lässt sich die Autorin Zeit, ihre Geschichte zu erzählen. Perspektivenwechsel sorgen für ausreichend Vielfalt, einige inhaltliche Wiederholungen hätten m.E. nicht sein müssen. Ebenso ist das Verhalten der Teenager Toshiko und Theo manchmal etwas blauäugig oder unüberlegt, was nicht immer zum Charakter passt. Die beginnende Romanze zwischen den beiden nimmt sehr wenig Raum ein, ebenfalls hat die Autorin hier auf gängige Klischees verzichtet. Als positiv empfand ich zudem, wie aktuelle Gesellschaftsthemen in die Handlung eingebaut wurden wie der Missbrauch von Zukunftstechnologien, soziales Ungleichgewicht, Machtmissbrauch oder Kriminalität. Das Ende kommt ebenfalls ohne großen Cliffhanger aus, es wirkt eher wie der erste abgeschlossene Teil einer längeren Erzählung. Im optisch wunderschön gestalteten Buch befindet sich zudem eine reichverzierte Karte der Insel.