Leider nicht meins

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perax Avatar

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Ich hatte mich so auf das Buch gefreut, aber leider war es einfach nicht mein Ding. Das liegt aber nicht so richtig am Buch, sondern einfach an mir und meinem Geschmack. Ich kann mir deshalb auch sehr gut vorstellen, dass das Buch seine Fangemeinde findet, ich gehöre aber leider nicht dazu. Abbruch bei 52%.

Der Schreibstil ist sehr bildgewaltig und blumig, was mir von Anfang an richtig gut gefallen hat. Im ersten Kapitel war ich deshalb auch sofort überzeugt, dass ich das Buch in kürzester Zeit verschlingen würde. Die Charaktere waren ganz gut ausgearbeitet und der found-family-Aspekt hat mir auch ganz gut gefallen. Das Buch wird aus mehreren Perspektiven erzählt und obwohl ich in ein paar Rezensionen gelesen habe, dass die Perspektivwechsel zu oft und schnell erfolgen, empfand ich das gar nicht so. Das liegt aber vermutlich daran, dass das Buch in meinen Augen ein allgemeines Problem mit dem pacing hat. Die ganze Geschichte spielt sich innerhalb von zwei Tagen ab, allerdings hat das Buch auch 640 Seiten. Hätte es die ständigen Perspektivwechsel nicht gegeben, hätte ich mich (noch mehr) gelangweilt. Alles wird einem in den kleinstmöglichen Details erzählt und das wäre für mich ja noch ok, wenn nicht zusätzlich auch noch vieles wiederholt werden würde. So kann man hier in den Szenen, in denen nicht gerade irgendwas actionmäßiges passiert, locker nur alle zwei Seiten lesen und man würde trotzdem kaum etwas verpassen (habe ich ausprobiert und hatte keine Schwierigkeiten dem Geschehen zu folgen). Das hat bei mir leider dazu geführt, dass ich kaum noch zum Buch greifen wollte und auch eher schneckenmäßig voran kam. Die Einleitung war z.B auch über 200 Seiten lang. Die Spannung, die bei den meisten Lesern hier aufkam, konnte ich deshalb leider gar nicht nachvollziehen. Das mag auch zusätzlich daran liegen, dass die Geschichte irgendwie keine Überraschungen für mich parat gehalten hat: Alles lief genau so ab wie erwartet.

Mein zweites Problem hatte ich mit Haru, dem 10-jährigen Protagonisten, dessen Perspektive wir mitverfolgen. Einerseits hatte er für einen 10-jährigen überaus erwachsene Gedanken (fand ich manchmal schon echt ganz schön unrealistisch) und andererseits gab es innerhalb seiner Perspektive die ein oder andere Szene, die auf mich sehr unbeholfen gewirkt hat. Z.B. diente eine Szene mit ihm nur dazu dem Leser zu erklären, was Sonnengeister sind. Mehr Inhalt kam nicht wirklich dazu, wurde also für mich eher ein bisschen merkwürdig dahingestellt und nicht natürlich in die Geschichte eingebunden. Das ist vielleicht Meckern auf hohem Niveau, aber in Kombination mit allem anderen hat es einfach nicht dazu beigetragen, dass mir das Buch gefällt.

Alles in allem werden hier natürlich spannende Themen angesprochen wie Zusammenhalt, Gut gegen Böse + Arm vs. Reich, Korruption und Machtmissbrauch, aber auch Technik und KI, nur war es mir im Prinzip einfach zu langatmig und langweilig. Schade!