Vom Cover verzaubert, von Robotern verwirrt

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern
bookaddict_sylvia Avatar

Von

The Rainshadow Orphans von Naomi Ishiguro verbindet Fantasy, Politik und Science-Fiction zu einer ungewöhnlichen Geschichte. Im Mittelpunkt stehen die drei Geschwister Toshiko, Jun und Mei, die als geheime Gruppe gegen die Crows (die Bösen) kämpfen. Ihr persönliches Ziel ist die Rache an Ken Saito und seinen Anhängern, die ihre Adoptivtante ermordet haben. Doch neben ihrer Suche nach Vergeltung setzen sie sich auch für Gerechtigkeit ein.

Zusätzlich verfolgt der Roman die Geschichten von Haru, dem Sohn der Kaiserin, und Theo, einem Jungen mit einer geheimnisvollen Gabe, die er selbst nicht versteht. Alle Handlungsstränge laufen im Laufe der Geschichte zusammen, was grundsätzlich spannend klingt. Leider fehlte mir dabei oft die nötige Tiefe. Viele Ereignisse werden nur oberflächlich erklärt, sodass ich mich nicht wirklich in die Charaktere einfühlen konnte. Warum wurde die Tante ermordet, was genau ist mit Theo passiert und weitere Fragen blieben für mich offen.

Besonders die Mischung aus Politik, Magie, Drachen und der Einführung von Robotern konnte mich nicht vollständig überzeugen. Die Fantasywelt besitzt zwar interessante Ansätze, doch der Science-Fiction-Aspekt wirkte auf mich eher verwirrend. Auch hier verstand ich das Ergebniss nicht, was man mit den Robotern genau erreichen wollte.

Ein weiteres Problem für mich war das Erzähltempo. Manche Abschnitte zogen sich unnötig in die Länge, während andere wichtige Entwicklungen viel zu schnell abgehandelt wurden. Einzelne Figuren und Geschichten hätte ich mir persönlich sehr gewünscht, dass sie erzählt wurden, andere weniger. Dadurch fühlte ich mich beim Lesen teilweise gleichzeitig unterfordert und überfordert, was ich selten so erlebt hatte. Es wurde sehr viel erzählt, aber für mein Empfinden oft nicht ausführlich genug.

Grundsätzlich mag ich Romane mit wechselnden Perspektiven, da sie Abwechslung und Dynamik ins Lesen bringen. In diesem Fall hatte ich jedoch das Gefühl, dass die Vielzahl der Handlungsstränge eher zulasten der Charakterentwicklung ging.

Insgesamt war dieses Buch leider nicht das passende für mich. Die Welt und einige ihrer magischen Elemente fand ich durchaus spannend, gewisse Charaktere und speziell die dazugehörigen Tiere fand ich zuckersüss, doch die Mischung aus Fantasy, Politik und Science-Fiction funktionierte für mich nicht auf diese Weise.