Von Drachen, Bots und Bubble Tea

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meike Avatar

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The Rainshadow Orphans ist der Auftakt einer Fantasy-Trilogie, die auf Rainshadow Island spielt, einer Insel, die von einer kaltblütigen Kaiserin regiert und von der illegalen Organisation Lucky Crows kontrolliert wird. Immigranten von anderen Inseln des Archipels kommen im Halbmond des Hüters unter und ihnen bleibt die Staatsbürgerschaft verwehrt, weshalb sie täglich um ihr Überleben kämpfen müssen oder sich aus Verzweiflung den Crows anschließen.
Das Buch ist aus verschiedenen Perspektiven erzählt: Toshiko und ihre beiden Geschwister kommen ursprünglich aus dem Halbmond, leben nun aber im Verborgenen der Stadt und wollen Rache an den Crows üben, die ihre Mutter umgebracht haben. Theo ist ein Immigrant mit einer besonderen magischen Gabe, der allein auf Rainshadow Island gelandet ist und sich den Crows angeschlossen hat, um sich über Wasser zu halten. Ein dritter Erzählstrang widmet sich Haru, dem neunjährigen Sohn der Kaiserin, der im Gegensatz zu seiner Mutter ein großes Herz und viel Empathie hat und eine besondere Beziehung zu einem Drachen aufbaut.
Die Geschichte besticht durch die gelungene Mischung aus japanischem Flair, magischen Elementen und Technik, denn auf Rainshadow City soll eine große Fabrik für Bots gebaut und die Anwohner des Halbmonds dafür vertrieben werden. Die Gesellschaftskritik wird überdeutlich und man fiebert mit Toshiko, Theo und Haru mit.
Allerdings gibt es durch die verschiedenen Erzählstränge auch ein paar inhaltliche Dopplungen, denn manche Figuren erfahren zu einem späteren Zeitpunkt etwas, was man als Leser bereits durch einen anderen Protagonisten weiter vorn mitbekommen hat. Etwas vorhersehbar ist die Geschichte leider auch, da hätte ich mir noch ein paar überraschende Wendungen gewünscht. Und insgesamt hatte ich das Gefühl, die Geschichte hätte etwas temporeicher erzählt werden können: So richtig spannend wird es, als der Kampf um den Halbmond beginnt, doch dann ging es mir beinahe ein wenig zu schnell und ruckzuck waren zwei zentrale Figuren plötzlich tot.
Insgesamt ist The Rainshadow Orphans aber ein toller Fantasy-Schmöker, der ganz ohne Romantik auskommt, in eine spannende Welt einführt und Lust auf die nächsten zwei Bände macht. Und ein großer Pluspunkt ist die Optik, denn das Buch ist mit seinem Farbschnitt, der geprägten Katze und dem tollen Cover ein richtiger Hingucker!