Ein verblüffend süffiger Auftakt
Da bin ich beim ersten Reinblättern ehrlich gesagt in eine Zwickmühle geraten: Eigentlich ist dieser ganze kaiserliche Hof- und Intrigenkram mit hübsch aufpolierten Kleidern und adeligen Konkubinen-Regeln so gar nicht mein Terrain, aber irgendetwas an dieser Leseprobe hat mich dann doch am Haken gepackt!
Das liegt vor allem an diesem genialen ersten Paukenschlag: Man stolpert direkt in den Scheidungssaal, wo Kaiserin Navier ihrem untreuen Gatten völlig gefasst mitteilt, dass sie die Scheidung zwar sofort unterschreibt, sich aber postwendend die Erlaubnis zur Wiederheirat erbittet – und prompt den nächsten Kerl hinter dem Vorhang hervorzaubert! Dieser trockene, kalkulierte Gegenschlag gegen ihren selbstgerechten Ex-Mann hat eine so herrlich befriedigende Schärfe, dass man sofort breit grinsen muss
Was danach im Rückblick folgt, ist natürlich pures Melodram und klassisches Palast-Geplänkel: Der Kaiser bringt ein verletztes Mädchen von der Jagd mit, das sich als naive Unschuld vom Lande geriert, verhätschelt sie nach Strich und Faden und wird seiner eigentlichen Kaiserin gegenüber plötzlich eisig und abweisend. Die Szene im Garten, in der dieses Mädchen namens Rashta mit treuherzigem Rehaugen-Blick nach Naviers Rockzipfel greift und prompt der Kaiser um die Ecke biegt, um die Retterpose einzunehmen, trieft förmlich vor soapigen Klischees.
Trotzdem liest sich die Übersetzung aus dem Koreanischen ungemein flüssig weg, und Navier ist glücklicherweise keine weinerliche Dulderin, sondern eine herrlich kühle, pflichtbewusste Herrscherin, die ganz genau weiß, welchen Preis sie zahlen will und welchen nicht. Aus der Leseprobe konnte man vom großen Ganzen zwar noch nicht furchtbar viel mitnehmen, aber dieser kleine Ruf nach Genugtuung ist definitiv da. Es ist zwar absolut nicht mein gewohntes Genre und bedient viele kitschige Tropes, aber wer weiß – wenn sich die Geschichte auf Naviers kluge Rache konzentriert, könnte mich das Buch am Ende vielleicht doch noch positiv überraschen!
Das liegt vor allem an diesem genialen ersten Paukenschlag: Man stolpert direkt in den Scheidungssaal, wo Kaiserin Navier ihrem untreuen Gatten völlig gefasst mitteilt, dass sie die Scheidung zwar sofort unterschreibt, sich aber postwendend die Erlaubnis zur Wiederheirat erbittet – und prompt den nächsten Kerl hinter dem Vorhang hervorzaubert! Dieser trockene, kalkulierte Gegenschlag gegen ihren selbstgerechten Ex-Mann hat eine so herrlich befriedigende Schärfe, dass man sofort breit grinsen muss
Was danach im Rückblick folgt, ist natürlich pures Melodram und klassisches Palast-Geplänkel: Der Kaiser bringt ein verletztes Mädchen von der Jagd mit, das sich als naive Unschuld vom Lande geriert, verhätschelt sie nach Strich und Faden und wird seiner eigentlichen Kaiserin gegenüber plötzlich eisig und abweisend. Die Szene im Garten, in der dieses Mädchen namens Rashta mit treuherzigem Rehaugen-Blick nach Naviers Rockzipfel greift und prompt der Kaiser um die Ecke biegt, um die Retterpose einzunehmen, trieft förmlich vor soapigen Klischees.
Trotzdem liest sich die Übersetzung aus dem Koreanischen ungemein flüssig weg, und Navier ist glücklicherweise keine weinerliche Dulderin, sondern eine herrlich kühle, pflichtbewusste Herrscherin, die ganz genau weiß, welchen Preis sie zahlen will und welchen nicht. Aus der Leseprobe konnte man vom großen Ganzen zwar noch nicht furchtbar viel mitnehmen, aber dieser kleine Ruf nach Genugtuung ist definitiv da. Es ist zwar absolut nicht mein gewohntes Genre und bedient viele kitschige Tropes, aber wer weiß – wenn sich die Geschichte auf Naviers kluge Rache konzentriert, könnte mich das Buch am Ende vielleicht doch noch positiv überraschen!