Mehr als schöne Kleider und kaiserlicher Glanz

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Als ich das Cover von "The Remarried Empress" zum ersten Mal gesehen habe, dachte ich ehrlich gesagt, dass mich hier wahrscheinlich eine ziemlich kitschige Geschichte erwarten würde. Das Cover ist bunt, aufwendig gezeichnet und hat für mich tatsächlich etwas von den Serien, die ich früher als Kind gerne gesehen habe. Es ist auffällig, aber gleichzeitig sehr schön gestaltet und passt für mich gut zu einer Geschichte, in der es um einen Kaiserhof, prächtige Kleider und jede Menge Intrigen geht.

Umso überraschter war ich dann von der Leseprobe. Auch sprachlich hatte ich etwas anderes erwartet. Der Schreibstil hat sich für mich deutlich weniger kitschig gelesen, als ich zunächst vermutet hatte. Die Geschichte kommt außerdem direkt mit der Scheidung in Gang. Erst danach geht es zurück und man erfährt, wie es überhaupt dazu kommen konnte. Das hat mir gut gefallen, weil dadurch von Anfang an eine gewisse Spannung entsteht. Man weiß bereits, dass etwas gewaltig schiefgelaufen ist, möchte aber natürlich verstehen, wie es dazu kam.

Besonders interessant finde ich Navier. Nach außen wirkt sie kühl, beherrscht und fast unnahbar. Gleichzeitig hatte ich schnell den Eindruck, dass hinter dieser kontrollierten Fassade deutlich mehr steckt. Sie ist stärker, als sie vielleicht selbst zeigt. Ihr ganzes Leben wurde darauf ausgerichtet, einmal an der Seite eines Kaisers zu stehen. Sie wurde für diese Rolle erzogen und hat gelernt, ihre Pflichten zu erfüllen und sich innerhalb der Regeln des Hofes zu bewegen. Trotzdem wirkt sie nicht wie jemand, der sich selbst dabei völlig verloren hat. Sie weiß, wer sie ist und welchen Platz sie einnimmt.

Gerade deshalb bin ich gespannt, wie sie mit der Situation umgehen wird, in die sie plötzlich gerät. Denn mit der Mätresse ihres Mannes verändert sich nicht nur ihr persönliches Leben, sondern offenbar auch ihre Stellung am Hof. Und natürlich möchte ich wissen, was hinter all den Andeutungen steckt und welche Rolle die anderen Figuren noch spielen werden.

Die Leseprobe hat bei mir jedenfalls deutlich mehr Interesse geweckt, als ich nach dem ersten Blick auf das Cover erwartet hätte. Ich bin neugierig auf die höfischen Intrigen, auf Navier und vor allem darauf, wie sich die Geschichte nach diesem ungewöhnlichen Einstieg weiterentwickelt.