Eine ruhige Geschichte voller emotionaler Spannung

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tonton Avatar

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Ich bin mir nicht sicher, was ich erwartet hatte, als ich dieses Buch aufschlug, aber ganz sicher nicht die Intensität der Gefühle, die die Geschichte in mir auslösen würde. Es ist eine Geschichte, die man am besten langsam und in Ruhe liest. Es gibt weder Abenteuer noch große Spannung im klassischen Sinne, und dennoch gelingt es die Autorin, starke Emotionen hervorzurufen, allein durch die Beziehungen zwischen dem Kaiser, der Kaiserin und seiner Geliebten.
Die Geschichte hat zwei zentrale Handlungsstränge: den Aufstieg der Geliebten, der schließlich zur Scheidung des Kaiserpaares führt, und die Liebesgeschichte der Kaiserin mit einem unbekannten Mann.
Ich muss zugeben, dass ich die Interaktionen zwischen dem Kaiser und Navier als ziemlich belastend empfunden habe. Dass er sich weigert, ihr zu glauben, und ihr immer wieder die Schuld daran gibt, wie seine Geliebte behandelt wird, obwohl Navier und er seit ihrer Kindheit befreundet sind, wirkt auf mich geradezu missbräuchlich und grausam. Man kann als Leser gar nicht anders, als ein tiefes Gefühl der Ungerechtigkeit gegenüber der Kaiserin zu empfinden. Dadurch wirkt ihre Passivität und ihre Akzeptanz der Situation umso herzzerreißender.
Leider erfährt man nur sehr wenig über die Vorgeschichte der Figuren. Deshalb fällt es mir schwer nachzuvollziehen, wie der Kaiser sich wegen einer anderen Frau plötzlich so kleinlich und bösartig verhalten kann. Wenn er schon immer so gemein gewesen wäre, könnte ich kaum glauben, dass Navier vor ihrer Heirat eine langjährige Freundschaft mit ihm gehabt haben soll.
Ich gebe dem Buch vier Sterne, vor allem weil ich denke, dass die missbräuchlichen Dynamiken in der Beziehung nicht für alle Leser geeignet sind.