Macht, Intrigen und mittendrin eine starke Frau auf der Suche nach wahrer Loyalität

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nonni Avatar

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Die Leseprobe hatte mich damals sehr gecatcht:

Navier ist die Kaiserin des Östlichen Reichs. Der Kaiser möchte sich von ihr wegen einer anderen Frau scheiden lassen. Entgegen der Ansicht und Ratschläge ihres Hofstandes akzeptiert stimmt sie der Scheidung zu - jedoch unter einer Bedingung: Sie möchte ebenfalls wieder heiraten. Ihr Auserkorener ist praktischer Weise auch anwesend und gibt sich zu erkennen - jedoch nicht uns Leser*innen.

Im Laufe der Geschichten wird man in die Gesellschaft am Hof, die Abläufe, Intrigen, Adelsriegen und Machtkämpfe eingeführt. Insbesondere auch dadurch, dass Navier stets reflektiert, was sie gelernt hat und hinterfragt, wie sie angemessen reagieren sollte.

Navier ist eine starke, intelligente und kontrollierte Frau, die jedoch keine Person hat, bei dir sie ganz sie selber sein und sich auch verletzlich zeigen kann. Sie ist schon in dem Wissen aufgewachsen, als Kaiserin zu herrschen. Gleichzeitig zeigt sie sich nicht machtgierig. Was ihr fehlt ist echte Freundschaft und Loyalität - da kann sie von dem Kaiser nicht viel erwarten; von wahrer Liebe ganz zu schweigen.

Sie erhält über einen wunderschönen und wundersamen Vogel Nachrichten von einer fremden Person und so bahnt sich eine ganz nahbare, echte Beziehung zwischen Navier und der briefschreibenden Person an. Um wen es sich handelt? Lest selbst! Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und auf Dialoge und kurze Beschreibungen von Situationen fokussiert. Dadurch wird die Handlung stetig vorangetrieben und die Ereignisse überschlagen sich zum Teil geradezu. Überwiegend wird aus der Perspektive von Navier erzählt, kürzere Passagen jedoch auch aus der Sicht anderer Personen. Der Charakter von Navier entwickelt auch durchaus eine Tiefe, insgesamt war es für mich auf Grund des Schreibstils jedoch etwas schwer, die Charaktere mit ihren Ecken und Kanten richtig zu greifen. Es ist eindeutig, wer hier "gut" und wer "böse" sein soll.

Es ist für mich ein kurzweiliges und durchaus unterhaltsames Leseerlebnis. Auf Grund des Hypes - auch auf der Frankfurter Buchmesse - und der Promotion hatte ich leider zu hohe Erwartungen an das Buch. Ich glaube als Hörbuch für nebenbei hätte es von mir vier Sterne bekommen.