Nett - aber mehr auch nicht
In Samantha Markums "The Roommate Arrangement" geht es um Blair, die zu ihren ersten Vorbereitungskursen an die Uni geht. In letzter Minute platzt der Traum, mit ihren beiden besten Freundinnen in ein gemeinsames Haus zu ziehen, weil die beiden sie aufgrund ihrer Tendenzen zum Ordnungs- und Kontrollfreak aus dem Haus ausschließen. Daher ist Blair gezwungen, in eine chaotische WG zu ziehen. Ihre Eltern dürfen nichts davon erfahren - dummerweise lebt in der WG zufällig der beste Freund ihres verhassten Bruders, Jamie, den Blair ungefähr so toll findet wie Fußpilz. Das beruht auch auf Gegenseitigkeit, aber sie schließen einen Deal ab und leben fortan gemeinsam in der WG. Natürlich ohne jegliche Gefühle füreinander zu entwickeln. KLAR.
Soweit die Prämisse des Buchs, und ich habe mich auch gut unterhalten gefühlt und die knapp 400 Seiten in zwei Tagen ausgelesen. Dennoch ließ mich das alles mit einem etwas schalen Gefühl zurück, denn die Story lässt einige Lücken offen bzw. hat ihre Schwächen, die es einfach nicht "rund" wirken lassen:
- Von jeglichen Ordnungs- und Kontrolltendenzen ist ab dem Einzug Blairs in die WG nichts zu bemerken. Bis auf dass sie eine schmutzige Socke im Auto ihrer Freundin eklig findet, ist eigentlich sowieso nichts davon zu merken. Auch wenn sich später rausstellt, dass das ganze [Spoiler!] ein Vorwand war, um sie loszuwerden, gab es keinerlei Verwunderung von Blair über den Vorwurf.
- Blairs Eltern sind einfach total eindimensional negativ. Blairs WG-Mitbewohnende sind hingegen total eindimensional super.
- Blairs Bruder ist ein Arsch, und es ist nicht nachvollziehbar, wieso Jamie so sehr "auf ihn hört". Bis ganz kurz vor Schluss hat er keinen Funken sympathische Charakterzüge, und dann sollen wir ihn plötzlich super finden, nachdem sie sich einmal ausgesprochen haben. Meh.
- Die Anziehung zwischen Blair und Jamie ist irgendwie auch "meh". Aber das ist ja ohnehin immer eine gewisse Schwäche bei solchen Tropes, dass es schwierig ist, diese plötzliche Anziehung zwischen Leuten, die sich eigentlich vermeintlich nicht leiden können, nachvollziehbar zu schildern. Hier ist es so mittel-gut gelungen. Ist schon okay, aber so richtig Sinn macht es nicht. Beide beleidigen sich gegenseitig, bis sie sich küssen. Ooookay???
Was mir richtig gut gefallen hat hingegen:
- alle Szenen von Blair mit Deonne im Atelier - davon hätte ich gern mehr gehabt
- die Kuss-Szenen fand ich richtig gut geschrieben
- Blairs Entwicklung, und wie ihr Selbstbewusstsein und ihre Selbstbestimmung sich im Verlauf des Buchs steigern
- die WG-Genoss*innen waren vielleicht eindimensional, aber ihr Verhältnis untereinander und auch zu Blair war einfach richtig cozy chosen family. Das mag eindimensional sein, aber es macht auch einfach glücklich, darüber zu lesen.
Soweit die Prämisse des Buchs, und ich habe mich auch gut unterhalten gefühlt und die knapp 400 Seiten in zwei Tagen ausgelesen. Dennoch ließ mich das alles mit einem etwas schalen Gefühl zurück, denn die Story lässt einige Lücken offen bzw. hat ihre Schwächen, die es einfach nicht "rund" wirken lassen:
- Von jeglichen Ordnungs- und Kontrolltendenzen ist ab dem Einzug Blairs in die WG nichts zu bemerken. Bis auf dass sie eine schmutzige Socke im Auto ihrer Freundin eklig findet, ist eigentlich sowieso nichts davon zu merken. Auch wenn sich später rausstellt, dass das ganze [Spoiler!] ein Vorwand war, um sie loszuwerden, gab es keinerlei Verwunderung von Blair über den Vorwurf.
- Blairs Eltern sind einfach total eindimensional negativ. Blairs WG-Mitbewohnende sind hingegen total eindimensional super.
- Blairs Bruder ist ein Arsch, und es ist nicht nachvollziehbar, wieso Jamie so sehr "auf ihn hört". Bis ganz kurz vor Schluss hat er keinen Funken sympathische Charakterzüge, und dann sollen wir ihn plötzlich super finden, nachdem sie sich einmal ausgesprochen haben. Meh.
- Die Anziehung zwischen Blair und Jamie ist irgendwie auch "meh". Aber das ist ja ohnehin immer eine gewisse Schwäche bei solchen Tropes, dass es schwierig ist, diese plötzliche Anziehung zwischen Leuten, die sich eigentlich vermeintlich nicht leiden können, nachvollziehbar zu schildern. Hier ist es so mittel-gut gelungen. Ist schon okay, aber so richtig Sinn macht es nicht. Beide beleidigen sich gegenseitig, bis sie sich küssen. Ooookay???
Was mir richtig gut gefallen hat hingegen:
- alle Szenen von Blair mit Deonne im Atelier - davon hätte ich gern mehr gehabt
- die Kuss-Szenen fand ich richtig gut geschrieben
- Blairs Entwicklung, und wie ihr Selbstbewusstsein und ihre Selbstbestimmung sich im Verlauf des Buchs steigern
- die WG-Genoss*innen waren vielleicht eindimensional, aber ihr Verhältnis untereinander und auch zu Blair war einfach richtig cozy chosen family. Das mag eindimensional sein, aber es macht auch einfach glücklich, darüber zu lesen.