Fantasy-Bachelor trifft Bridgerton

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Ausgerechnet in dem Jahr, in dem Ivy am königlichen Hofe eingeführt wird, entschließt sich Thronfolger Bram, Sohn der Fae-Königin Moryen, die folgende Saison zu nutzen, um eine geeignete Braut zu finden. Als Ivy es unter die Favoritinnen schafft, wird ihr schnell klar, dass nicht alles gold ist, was glänzt...

Mit „The Rose Bargain“ liefert Sasha Peyton Smith einen unterhaltsamen Fantasy-Auftakt, der mit düsteren Fae-Elementen, Intrigen und einem spannenden Cliffhanger punktet, mich aber nicht in allen Bereichen vollständig überzeugen konnte.

Besonders gefallen hat mir die Protagonistin Ivy. Sie ist schlagfertig, mutig und bringt die nötige Stärke mit, um sich in der gefährlichen Welt der Fae und des höfischen Wettbewerbs zu behaupten. Trotzdem fiel es mir durch den Schreibstil schwer, eine wirklich tiefe emotionale Verbindung zu ihr aufzubauen.

Auch die Liebesgeschichte konnte mich nicht vollständig abholen. Zwar mochte ich den Love Interest grundsätzlich, aber die Entwicklung der Gefühle ging mir etwas zu schnell. Vor allem war für mich recht früh erkennbar, wer letztendlich als eigentlicher Love Interest aufgebaut wird. Prinz Bram blieb dabei für meinen Geschmack etwas zu glatt und erhielt für meinen Geschmack zu wenig gemeinsame Szenen mit Ivy, um die Dynamik zwischen den beiden wirklich nachvollziehen zu können. Deutlich interessanter fand ich dagegen seinen Bruder Emmett, bei dem ich viel mehr mitgefiebert habe.

Generell hätte ich mir an einigen Stellen mehr Ausarbeitung gewünscht. Manche wichtige Ereignisse wirkten überraschend kurz abgehandelt. So hatte beispielsweise der Mord an einer Figur kaum die emotionale Wirkung, die ich erwartet hatte, und hinterließ bei mir fast einen unbeabsichtigt komischen Eindruck. Auch die Charaktere insgesamt hätten für meinen Geschmack etwas mehr Tiefe vertragen können.

Positiv hervorheben möchte ich allerdings die Darstellung der Fae-Königin. Ihre Grausamkeit verlieh der Geschichte eine angenehm düstere Note und sorgte dafür, dass die Handlung nicht in einer weichgespülten Romantasy versank. Obwohl einige Entwicklungen vorhersehbar waren, gab es dennoch mehrere Twists, die mich wirklich überrascht haben.

Wer aufgrund der Vergleiche mit Bridgerton einen starken Fokus auf die Heiratssaison und den Wettstreit um das Herz des Prinzen erwartet, sollte die Erwartungen etwas anpassen. Die Grundzüge sind zwar erkennbar (nicht zuletzt durch das Setting im London des Jahres 1848), für mich fühlte sich das Buch aber eher wie eine Mischung aus Fantasy, Fae-Intrigen und einer Bachelor-ähnlichen Wettbewerbssituation an. Gerade der Wettstreit selbst hätte für meinen Geschmack noch stärker im Mittelpunkt stehen dürfen.

Trotz einiger Schwächen hat mich besonders das letzte Drittel überzeugt. Die Geschichte nahm zum Ende hin eine deutlich düsterere und spannendere Wendung, die in einem fiesen Cliffhanger gipfelt und große Erwartungen an den zweiten Band weckt.

Fazit: „The Rose Bargain“ ist ein solider Auftakt mit einer starken Grundidee, interessanten Twists und einer herrlich grausamen Fae-Königin. Einige Figuren und Handlungsstränge bleiben jedoch etwas unausgereift, sodass das Buch sein volles Potenzial noch nicht ganz ausschöpft. Dennoch macht das Ende definitiv Lust auf die Fortsetzung.