Romantasy ohne Knistern, dafür mit Hof-Intrigen

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moendchen Avatar

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Ein Romantasy-Auftakt, der vor allem durch seinen Fantasy-Plot getragen wird. Intrigen, Geheimnisse und Wendungen stehen im Mittelpunkt und sorgen dafür, dass man dranbleibt. Die Figuren bringen Dynamik in die Handlung, auch wenn nicht jede Entwicklung vollständig ausgearbeitet ist.

Allerdings merkt man dem Buch auch an, dass es sich sehr viel vorgenommen hat. Für den Umfang ist der Plot wirklich ambitioniert, vielleicht ein bisschen zu ambitioniert.

Dadurch wirken einige Entwicklungen gerade bei den Charakteren stellenweise etwas gehetzt oder auch erzwungen. Oft hatte ich zudem das Gefühl, dass einiges stark von Zufällen abhängt, um die Handlung in Gang zu bringen.

Der Schreibstil war für mich nicht immer ganz einfach. Einerseits mochte ich die subtilen Hinweise und das „Zwischen-den-Zeilen“-Lesen sehr. Andererseits fehlten mir oft klare Beschreibungen der Umgebung oder Situation, sodass ich zwischendurch immer mal wieder orientierungslos war.

Gerade die Romance fällt dabei auf. Sie wirkt eher wie ein funktionales Plot-Element als wie eine natürliche Entwicklung. Gefühle, sowohl romantische als auch platonische, entstehen sehr schnell, und auch wichtige Entscheidungen oder Gespräche scheinen eher der Handlung zu dienen, ohne ganz zu den Figuren zu passen.

Nach den teilweise eher dahin plätschernden Abschnitten wurde das Tempo gegen Ende deutlich angezogen.
Insgesamt kein perfektes Buch, aber eines, das sich trotzdem zu lesen lohnt. Der zweite Band steht für mich auf jeden Fall noch an.