Atmosphärisch erzählt, aber nicht ganz rund

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vogelfeder Avatar

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Der erste Eindruck von „The Sea Spinner“ ist durch das wunderschön gestaltete und zur Handlung passende Cover gleich sehr positiv. Gerade in Verbindung mit dem Farbschnitt ist das Design wirklich ein Fest. Dazu kommen noch die liebevollen Illustrationen auf den Innenseiten des Einbands und auf einer zusätzlichen Seite im Buch. Bei diesen hat mich ein bisschen verwirrt, dass die Charaktere auf den Bildern doch sehr unterschiedlich aussehen, aber es ist auch schön zu sehen, wie verschiedene Personen sich die Figuren vorstellen.
Auch das Leseerlebnis ist sehr gelungen. Das Buch liest sich angenehm. Besonders gut gefällt mir, wie detailliert alles, also Umgebung, Figuren und Gefühle beschrieben wird. So kann man richtig in die Geschichte abtauchen und z.B. in Gedanken durch Hylios schlendern. Die Handlung fand ich hingegen ein wenig unausgeglichen. Ganz am Anfang passiert etwas und dann geht es auf den letzten hundert Seiten noch einmal heiß her. Über das, was auf den anderen der 580 Seiten passiert, müsste ich allerdings erstmal nachdenken. Es gibt zwischendurch immer mal wieder das eine oder andere Ereignis, das ein bisschen Action bringt, sonst fokussiert sich die Geschichte eher auf die Charakterentwicklung. Ein Buch, das man vor lauter Spannung nicht aus der Hand legen kann, ist es für mich also nicht unbedingt. Langweilig ist es aber trotzdem nicht, gerade auch durch den bereits gelobten Schreibstil.
Was mich hingegen wirklich ratlos zurückgelassen hat, ist das Ende. Es wirkt wie ein sehr unbefriedigender Abschluss der gesamten Geschichte. Ich musste erst nachschauen, ob es noch einen dritten Teil gibt, weil meiner Meinung nach überhaupt keine Spannung oder Vorfreude auf den dritten Band aufrechterhalten wird. Von dieser Ausgangslage ausgehend frage ich mich sowieso, welche absurde Ereignisse stattfinden müssen, um die Handlung weiterzuführen zu können.